Der Halloween-Abend ist in Brandenburg nach Angaben der Polizei weitgehend ohne ernste Zwischenfälle verlaufen. Ein Sprecher des Lagedienstes der Polizei Brandenburg sprach von einem normalen Fest mit vielen Kinder- und Jugendgruppen. Vereinzelt seien Böller gezündet worden. Ein Angriff mit Reizgas in Potsdam sticht allerdings aus der ansonsten ruhigen Bilanz heraus.
In Potsdam gab es eine Vielzahl privater Halloween-Feierlichkeiten, die nach Mitteilung der Polizeiinspektion der Landeshauptstadt überwiegend ohne Störungen verliefen. Der Vorfall mit Pfefferspray ereignete sich jedoch bereits am Vorabend von Halloween, im Zusammenhang mit einer Party in der Innenstadt. Die Polizei sprach von einer körperlichen Auseinandersetzung im Umfeld dieser Halloweenparty am Freitagabend. Nach bisherigen Erkenntnissen versprühten mindestens zwei namentlich bekannte Beschuldigte während des Konflikts Reizgas. Zwei Geschädigte wurden leicht verletzt. Ein Strafverfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung wurde eingeleitet.
Die Polizeiinspektion prüft nach eigenen Angaben, ob der Vorfall mit vorherigen Fällen von Jugendgewalt in Potsdam zusammenhängt. In der Stadt hatten zuletzt mehrere Angriffe von Jugendgruppen und Raubstraftaten für Verunsicherung gesorgt. Zum Alter der Verdächtigen und der Angegriffenen sowie zu den Hintergründen der Auseinandersetzung machte der Sprecher auf Nachfrage keine Angaben. Die Ermittlungen dauern an.
Auch in Berlin verlief der Abend nicht vollständig friedlich, allerdings ohne Bezug zu Brandenburg. Dort stoppte die Polizei am Samstagabend eine Demonstration vorzeitig. Als Gründe nannte die Behörde unter anderem Steinwürfe auf Polizisten sowie das Abbrennen von Pyrotechnik. In Brandenburg blieben gewaltsame Proteste dagegen aus. Der Kontrast zur Hauptstadt zeigt, dass sich die Lage im Land deutlich entspannter darstellte.
Im Landkreis Märkisch-Oderland meldete die Polizei vor allem Ruhestörungen wegen Pyrotechnik. In Fredersdorf wurden in der Halloween-Nacht rund 25 Fahrzeuge durch Lackkratzer beschädigt. Ein direkter Zusammenhang mit Halloween lasse sich bislang nicht feststellen, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Tat reiht sich damit in die Liste der Vorfälle ein, die in diesen Tagen beobachtet wurden, ohne dass ihre Ursache eindeutig geklärt ist.
In der Uckermark setzten unbekannte Personen am Halloween-Abend eine 500 Liter fassende Papiertonne in Brand. In der Nähe seien drei Jugendliche beobachtet worden. Ob sie mit dem Brand in Verbindung stehen, muss nach Angaben der Polizei noch ermittelt werden. Bis dahin gilt die Feststellung der Behörden, dass das Fest in Brandenburg insgesamt ohne größere Störungen verlief.