Apple hat einen neuen CEO: John Ternus hat den Chefposten von Tim Cook übernommen, der das Unternehmen seit 2011 führte. Cook bleibt dem Konzern als Vorsitzender des Board of Directors erhalten. Der Wechsel war bereits im April angekündigt worden, nun ist er zum 1. September vollzogen.
Ternus bringt eine andere Karrierehistorie mit als sein Vorgänger. Cook kam ursprünglich aus der Operations-Abteilung und prägte Apples Fokus auf die eigene Hardware-Fertigung. Ternus dagegen startete als Ingenieur und verantwortete zuletzt das Design von iPhone, Apple Watch und anderen Produkten. Analysten erwarten, dass seine Hauptaufgabe darin bestehen wird, Apple in die Ära der künstlichen Intelligenz zu führen. Bislang gilt Apples KI-Strategie als rückständig: Für viele Funktionen der hauseigenen Apple-Intelligence-Suite stützt sich das Unternehmen auf Lösungen Dritter wie ChatGPT.
Weil Ternus' Stärke in der Hardware-Entwicklung liegt, könnte er versuchen, Apples KI-Probleme über neue Geräte zu lösen. Schon beim nächsten Apple-Event, das in wenigen Tagen stattfindet, wird Ternus erstmals als Moderator der Präsentation auftreten. Das verstärkt Spekulationen, dass Apple in diesem Jahr sein erstes faltbares Gerät vorstellen könnte – ein Projekt, an dem der neue CEO vermutlich maßgeblich mitgearbeitet hat.
Für den neuen Chef hat Apple ein üppiges Vergütungspaket geschnürt. Es umfasst ein Jahresgehalt von drei Millionen Dollar sowie Aktienzuteilungen im Wert von 55 Millionen Dollar, die im Geschäftsjahr 2027 ausgezahlt werden sollen. Insgesamt beläuft sich das Paket auf rund 58 Millionen Dollar.
Die Ära Cook war wirtschaftlich außerordentlich erfolgreich: Apple wuchs unter seiner Führung zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt und brachte Produkte wie die Apple Watch, die Vision Pro und eigene Prozessoren auf den Markt. Doch nicht jede Innovation war ein Volltreffer. Die Vision Pro, ein Mixed-Reality-Headset, das 2024 für 3.499 Dollar auf den Markt kam und inzwischen 3.699 Dollar kostet, gilt vielen Beobachtern als Flop. Der Absatz blieb hinter den Erwartungen zurück, und die Zielgruppe des teuren Geräts war von Anfang an unklar.
Mit Ternus könnte sich der Fokus wieder stärker auf grundlegende Hardware-Innovationen verlagern. Seine Karriere bei Apple war eng mit der Entwicklung erfolgreicher Produktlinien verbunden, insbesondere der Apple Watch, die sich als Kassenschlager erwies. Ob er an die großen Würfe der Steve-Jobs-Ära anknüpfen kann, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Die ersten Weichen stellt er bereits beim kommenden iPhone-Event, das als Gradmesser für seinen Führungsstil und seine Produktvision gilt.