Ein Unfall am Stauende auf der A3 bei Wörth an der Donau hat 20 Menschen verletzt und am Sonntag einen größeren Rettungseinsatz ausgelöst. Beteiligt waren zwei Autos und ein Reisebus aus Baden-Württemberg. Die Verkehrspolizei korrigierte ihre erste Einschätzung am Montag: Nicht alle Betroffenen wurden nur leicht verletzt. Eine 28-jährige Frau erlitt schwere Verletzungen und blieb zur Behandlung im Krankenhaus.
Der Zusammenstoß passierte am 6. September gegen Mittag auf der Fahrbahn in Richtung Passau. Zwischen den Anschlussstellen Wörth an der Donau/Wiesent und Wörth an der Donau-Ost war der Verkehr ins Stocken geraten. Ein 35-jähriger Autofahrer fuhr auf dem linken der beiden Fahrstreifen auf das Stauende zu. Vor ihm stand das Auto einer 59-Jährigen. Auf der rechten Spur befand sich ein Reisebus.
Nach Angaben der Verkehrspolizei erkannte der Fahrer die Situation nicht rechtzeitig. Sein Auto traf zunächst das Heck des Wagens der 59-Jährigen und streifte danach die linke Seite des Busses. Die Kollision setzte eine weitere Bewegung in Gang: Das Auto der 59-Jährigen wurde ebenfalls gegen den Reisebus gedrückt. Der Wagen des 35-Jährigen drehte sich und schlug anschließend mit der Front in die Mittelschutzplanke ein.
Der Reisebus war mit 41 Personen besetzt und in Baden-Württemberg zugelassen. Unter den Reisenden waren nach Polizeiangaben auch Menschen höheren Alters. 15 Personen im Bus erlitten leichte Verletzungen. Im Wagen des 35-Jährigen saßen sechs Menschen. Vier wurden leicht verletzt, die 28-jährige Mitfahrerin schwer. Im zweiten Auto wurden keine Verletzten gemeldet.
Gerade für Leserinnen und Leser im süddeutschen und schweizerisch-deutschen Raum ist die Herkunft des Busses ein wichtiger Teil der Geschichte. Die A3 verbindet über Regensburg und Passau große Teile Süddeutschlands mit dem Verkehr Richtung Österreich. Der konkrete Unfall ereignete sich zwar in der Oberpfalz, betroffen war aber eine Reisegruppe aus Baden-Württemberg. Woher genau der Bus innerhalb des Landes kam, wurde in den veröffentlichten Angaben nicht näher bezeichnet.
Am Sonntag war zunächst von 20 Leichtverletzten die Rede gewesen. Diese Information stammte aus der frühen Lageeinschätzung nach dem Unfall. Am Montag folgte die Präzisierung: 19 Menschen waren leicht verletzt, eine Frau schwer. Die 28-Jährige befand sich zu diesem Zeitpunkt weiter im Krankenhaus. Die Zahl der Verletzten insgesamt änderte sich dadurch nicht.
Die Rettungskräfte rückten mit erheblichem Aufwand an. 36 Fahrzeuge des Bayerischen Roten Kreuzes waren nach Angaben der Polizei im Einsatz, dazu kamen zwei Hubschrauber. Die Autobahnmeisterei Kirchroth sowie die Feuerwehren aus Wörth an der Donau, Wiesent und Pfatter unterstützten die Arbeiten. Mehrere Streifen der Verkehrspolizeiinspektion Regensburg übernahmen die Absicherung und Unfallaufnahme.
Die Autobahn war für etwa eineinhalb Stunden vollständig gesperrt. Anschließend wurde ein Fahrstreifen wieder freigegeben, während die Aufräumarbeiten weiterliefen. Gegen 14.25 Uhr war die Strecke nach Polizeiangaben wieder komplett befahrbar. Der vorläufig geschätzte Sachschaden liegt bei rund 50.000 Euro.
Die Folgen des Unfalls konzentrieren sich damit inzwischen weniger auf die Verkehrslage als auf die medizinische Behandlung der Schwerverletzten. Für die Busreisenden blieb es nach aktuellem Stand bei leichten Verletzungen. Die Polizei hat den Ablauf des Zusammenstoßes inzwischen detailliert beschrieben; weitere Informationen zum Zustand der 28-Jährigen wurden am Montag nicht veröffentlicht.