Kämpfer einer lokalen bewaffneten Gruppe in Myanmar haben mehrere chinesisch gebaute Schützenpanzer vom Typ ZSL-92 der Armee mithilfe von First-Person-View-Drohnen, sogenannten FPV-Drohnen, zerstört. Darüber berichtete der Open-Source-Analyst Jesus Roman am 24. Oktober. Er führte die Angriffe auf die Monywa Scout zurück, eine Widerstandsgruppe, die nach Monywa benannt ist, der größten Stadt der Region Sagaing im Zentrum des Landes.
FPV-Drohnen werden von einem Piloten gesteuert, der über eine Videobrille das Bild der Kamera an Bord sieht. Die kleinen, wendigen Fluggeräte sind günstig und lassen sich schnell einsetzen, weshalb sie in der Ukraine und zunehmend auch in anderen Konflikten zum Einsatz kommen. Dass lokale Gruppen in Myanmar sie nun gegen gepanzerte Fahrzeuge einsetzen, zeigt, wie stark sich die Mittel nichtstaatlicher Kräfte in dem seit Jahren andauernden Konflikt verändern.
Die Angriffe verdeutlichen zugleich die Lage in der Region Sagaing, in der sich bewaffnete Gruppen des Widerstands und Einheiten der Armee immer wieder Gefechte liefern. Der Schützenpanzer ZSL-92 gilt als leichtes gepanzertes Fahrzeug, das vor allem für den Transport von Infanterie und die Unterstützung am Boden genutzt wird. Dass solche Fahrzeuge durch vergleichsweise einfache Drohnen beschädigt oder zerstört werden können, stellt die Verwundbarkeit konventioneller Streitkräfte gegenüber dieser Form der Kriegführung heraus.
Die Berichte stützen sich auf Angaben aus der offenen Quellenauswertung. Eine unabhängige Bestätigung der einzelnen Treffer lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor, weshalb die Zahl der zerstörten Fahrzeuge nicht abschließend überprüft werden kann.