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Leif-Erik Holm: AfD-Spitzenkandidat für Mecklenburg-Vorpommern

Die AfD tritt bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern mit Leif-Erik Holm als Spitzenkandidat an. Der frühere Radiomoderator und heutige Bundestagsabgeordnete will Ministerpräsident werden, steht aber nicht auf der Landesliste seiner Partei. In den Umfragen liefert er sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

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Die AfD setzt bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern auf Leif-Erik Holm. Der Bundestagsabgeordnete und Co-Landesvorsitzende der Partei tritt als Spitzenkandidat für das Amt des Ministerpräsidenten an. Allerdings steht Holm nicht auf der Landesliste seiner Partei. Als Spitzenkandidat ist dort Enrico Schult nominiert, Holms Co-Sprecher im Landesverband. Holm bewirbt sich ausschließlich als Direktkandidat in seinem Wahlkreis in Schwerin, wo er unter anderem gegen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig von der SPD antritt.

Der 1970 in Schwerin geborene Holm blickt auf einen ungewöhnlichen Werdegang zurück. Nach der Polytechnischen Oberschule in Lübstorf absolvierte er eine Lehre zum Elektromonteur und leistete seinen Grundwehrdienst bei der NVA. Später legte er sein Abitur an der Technischen Hochschule Wismar ab und studierte Volkswirtschaftslehre an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er mit einem Master of Science abschloss. Rund 20 Jahre lang arbeitete Holm als Radiomoderator, unter anderem bei Antenne MV, FFH und dem NDR. In Interviews betont er inzwischen jedoch vor allem seine frühere Tätigkeit als Elektromonteur.

Seit 2013, dem Gründungsjahr der AfD, ist Holm Mitglied der Partei und seitdem mit kurzer Unterbrechung Co-Landesvorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern. Seit 2017 sitzt er für die AfD im Bundestag, wo er als wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion und als Landesgruppensprecher Mecklenburg-Vorpommern fungiert. In seinem Wahlkampf verspricht Holm, als erste Amtshandlung den Rundfunkstaatsvertrag zu kündigen, sollte er Ministerpräsident werden.

Die Ausgangslage für die AfD in Mecklenburg-Vorpommern ist ambivalent. Zwar liegt die Partei in den aktuellen Umfragen vorn, doch die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat in den vergangenen Wochen deutlich aufgeholt. Während die AfD 2025 bei 38 Prozent lag und die SPD bei 19 Prozent, liegen beide Parteien derzeit näher zusammen: Die AfD steht wieder bei etwa 38 Prozent, die SPD inzwischen bei 35 Prozent. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen kündigt sich an. Holm ruft dennoch als großes Ziel eine AfD-Alleinregierung aus, ähnlich wie sein Parteikollege Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt, wo die AfD zuletzt einen Erdrutschsieg erzielte. Die Chancen auf eine Alleinregierung sind in Mecklenburg-Vorpommern allerdings deutlich geringer.

Holms Landesverband gilt als zerstritten. Jüngere Parteimitglieder streben an die Spitze und wollen den langjährigen Vorsitzenden ablösen. Diese Zerrissenheit zeigt sich auch in der Kandidatenaufstellung: Holm ist der Kandidat für das Ministerpräsidentenamt, aber nicht der Spitzenkandidat auf der Landesliste. Sollte er das Direktmandat in Schwerin gewinnen, will er vom Bundestag in den Landtag wechseln. Gewinnt er es nicht, seine Partei aber die nötige Mehrheit für eine Alleinregierung, will er Ministerpräsident werden. Andernfalls bleibt Holm im Bundestag.

In seinem Wahlkampf tritt Holm moderat auf und zeigt sich realistischer als sein Kollege Siegmund in Sachsen-Anhalt. An Infoständen betont er, dass es auch unter einer AfD-Alleinregierung schwierig und langwierig werde, die Lage im Sinne der AfD-Wähler zu verbessern. In seinem Landesverband gibt es jedoch viel radikales Personal, auch in Führungspositionen, was Holm seit Jahren duldet. Der Burschenschafter Nikolaus Kramer gilt als zentraler Strippenzieher im Landesverband und beschäftigt im Landtag ehemaliges Führungspersonal der rechtsextremen Identitären Bewegung. Im Mai wurde Dario Seifert zum Generalsekretär des Landesverbands gewählt, der früher Mitglied der NPD-Jugend war.

Enrico Schult, der Spitzenkandidat auf der Landesliste, ist 46 Jahre alt, verheiratet und Familienvater. Er arbeitete zuvor als kommunaler Angestellter. 2021 versuchte Schult, damals noch Co-Landesvorsitzender, den damaligen Fraktionschef Nikolaus Kramer zu entthronen, erhielt aber knapp nicht genug Stimmen. Im Januar 2026 siegte er dann gegen Kramer und ist seither Fraktionschef. Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern findet 2026 statt.

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