Mit „Friend World“ kehrt die Nottinghamer Post-Punk-Band Do Nothing zurück. Das zweite Album erscheint am 6. November und soll die Kraft der Gruppe in der britischen Gitarrenmusik neu unterstreichen. Sänger Chris Bailey beschreibt die Platte als Sammlung von Songs über Einsamkeit, die sich um die Suche nach einem Freund drehen.
Die Band hatte sich mit dem Hit „LeBron James“ einen Namen gemacht, der an Talking Heads erinnert. 2020 landete sie auf der NME-100-Liste, drei Jahre später folgte das Debüt „Snake Sideways“ mit Stücken wie „Sunshine State“ und „Moving Target“. Dass der Nachfolger erst jetzt kommt, liegt nach Baileys Worten an einer kreativen Stockung, die dem Debüt vorausging. Er verweist dabei auch auf die Folgen der Coronapandemie und auf persönliche Phasen, in denen sein mentaler Zustand schwankte.
Aufgenommen wurde „Friend World“ in Nottingham, in einer ehemaligen Obst- und Gemüselagerhalle namens JT Soar. Der selbstgemachte Ansatz entsprach der Band, zu der neben Bailey und Gitarrist Kasper Sandström auch Charlie Howarth am Bass und Andrew Harrison am Schlagzeug gehören. Bailey arbeitet seit Jahren in der lokalen Musikszene, unter anderem im Live-Venue The Bodega, wo er weiterhin auflegt. Gleichwohl beschreibt er sich als eher einzelgängerisch: Seine Demos entstehen allein, erst danach kommt die Band hinzu.
Inhaltlich knüpft das Album an Figuren und Geschichten an, die Bailey beschäftigen. „Dog 2“ thematisiert Angst aus der Sicht zweier verlorener Hunde auf einer Party. „Smile“ klingt beschwingt, ist aber von einem schizophrenen Comiczeichner inspiriert, der sich das Leben nahm. Der Albumtitel geht auf eine Coverversion des Comedians Andy Kaufman zurück, der 1959 den Fabian-Song „This Friendly World“ sang. Bailey erklärt, Kaufmans Bühnenfigur des bewusst unbeliebten Verlierers habe ihn fasziniert: „Es ist interessant, alle dazu bringen zu wollen, dich nicht zu mögen. Diese Geschichten bewegen mich, und daraus sind Songs entstanden. Sie handeln von Verbindung.“
Auf die Frage, ob die Band mit ihren Songs gesellschaftlichen Zusammenhalt suchen wolle, antwortet Bailey zurückhaltend. Aktuelle Nachrichten flössen unbewusst in die Texte ein, er setze sich aber nicht hin, um gezielt über Tagesereignisse zu schreiben. Auch die Haltung zum eigenen Erfolg prägt seine Arbeit: Ein früher Durchbruch hätte ihn nach eigenen Angaben zu einer anderen Person gemacht. Heute sei er mit seiner Position zufrieden und habe gelernt, die Kontrolle abzugeben. Seine Grundregel fürs Schreiben fasst er so zusammen: Ein Song sage selbst, was er werden wolle, und es sei nicht die Aufgabe des Musikers, ihm dabei im Weg zu stehen.