Ein lange erwarteter Gesetzentwurf zum sogenannten Gebäudetyp E liegt vor. Er soll den Wohnungsbau in Deutschland günstiger machen, und zwar durch weniger Komfort und dafür geringere Kosten. Bauministerin Hubertz kündigte an, dass auf unnötigen Schnickschnack verzichtet werden soll.
Hintergrund ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Deutschland. In vielen Regionen fehlen Wohnungen, und gerade Neubauprojekte scheitern häufig an den Baukosten. Mit dem Gebäudetyp E soll es Bauherren und Architekten leichter gemacht werden, schneller und kostengünstiger zu bauen. Die Bezeichnung verweist darauf, dass die Regelung einfacher und ohne aufwendige Zusatzausstattung auskommen soll.
Konkret sieht der Entwurf unter anderem dünnere Decken vor, die Material und damit Kosten sparen sollen. Auch andere Standards, die über das Notwendige hinausgehen, sollen zurückgefahren werden, sofern sie den Bau verteuern. Die Kritik am bisherigen Vorgehen lautet, dass viele Bauvorschriften mit der Zeit immer höhere Anforderungen gestellt haben, die sich in den Preisen niederschlagen.
Die Idee, Bauen durch geringere Standards günstiger zu machen, stößt nicht überall auf Zustimmung. Kritiker befürchten, dass Einsparungen zulasten der Wohnqualität gehen könnten, etwa beim Schallschutz oder beim Komfort in den Wohnungen. Befürworter halten dagegen, dass gerade die Entlastung der Baukosten nötig sei, damit mehr Menschen Zugang zu bezahlbarem Wohnraum erhalten.
Für die Region Waldshut und Südbaden ist das Thema relevant, da Wohnraum auch in vielen Gemeinden knapp ist und Bauvorhaben oft an den Kosten scheitern. Ob der Gesetzentwurf tatsächlich zu günstigeren Mieten und Kaufpreisen führt, wird sich erst nach dem parlamentarischen Verfahren und der praktischen Umsetzung zeigen. Bis dahin bleibt offen, wie Verbände, Kommunen und Bauwirtschaft die geplanten Erleichterungen aufnehmen und anwenden werden.