Nintendo will auch in Zukunft an physischen Spielen festhalten. Das hat Bill van Zyll, Vizepräsident und General Manager für Lateinamerika, in einem Interview klargestellt. Der Konzern verfolge einen «agnostischen» Ansatz und richte sich nach den Wünschen der Kundinnen und Kunden. «Es gibt keine Pläne, physische Spiele aufzugeben», sagte van Zyll. Man wisse, wie sehr die Fans sie mögen.
Die Aussage ist eine klare Absage an eine rein digitale Zukunft, wie sie Sony verfolgt. Der PlayStation-Hersteller hatte angekündigt, ab 2028 schrittweise auf einen digitalen Marktplatz umzusteigen. Nintendo hingegen setzt bei der Switch 2 weiterhin auf beide Vertriebswege. Die Konsole, die erst etwas mehr als ein Jahr auf dem Markt ist, kann sowohl physische Cartridges abspielen als auch Spiele über den Nintendo eShop herunterladen.
Ein wichtiger Unterschied zur Vorgängergeneration sind die sogenannten Game-Key-Cards. Diese fungieren als günstige Alternative für Entwickler und dienen als Authentifizierungsschlüssel. Wer eine solche Karte kauft, muss sie in die Konsole stecken und das Spiel zusätzlich herunterladen. Da die Karten nicht an das Nutzerkonto gebunden sind, lassen sie sich später weiterverkaufen. Einige Switch-2-Titel wie die hauseigenen Nintendo-Spiele oder die kommende Stellar Blade: Complete Edition enthalten jedoch das komplette Spiel auf der Cartridge.
Die Game-Key-Cards sind nicht bei allen Fans beliebt, gelten aber als Kompromiss zwischen digitalen und physischen Spielen. Dieser Mittelweg kommt in der Community besser an als Sonys Vorstoß in eine rein digitale Zukunft. Kritiker sehen in der Abkehr von physischen Medien erhebliche Risiken – etwa für den Gebrauchtmarkt, die Sammlerkultur und den langfristigen Zugriff auf Spiele, wenn digitale Stores irgendwann geschlossen werden.
Nintendo hatte bereits in der Vergangenheit betont, wie wichtig physische Medien für das Unternehmen sind. Die Switch 2 wurde bewusst mit einem Cartridge-Slot ausgestattet, um diese Nachfrage zu bedienen. Van Zylls Aussage untermauert diese Haltung nun erneut. Während Sony den digitalen Wandel vorantreibt, bleibt Nintendo bei seiner Strategie, den Nutzerinnen und Nutzern die Wahl zu lassen.
Für junge Gamerinnen und Gamer bedeutet das: Wer Spiele kaufen, tauschen oder verleihen möchte, kann das auch in der nächsten Konsolengeneration tun. Die Entscheidung dürfte auch den Handel freuen, der von physischen Verkäufen profitiert. Ob Nintendo langfristig an diesem Kurs festhält, bleibt abzuwarten – doch für den Moment ist die Botschaft eindeutig.