Royal Blood melden sich nach einer langen Phase der Funkstille zurück. Das Brighton-Duo um Mike Kerr und Ben Thatcher kündigt sein fünftes Studioalbum »Dead Company« an, das am 6. November 2026 über Warner Records erscheinen soll. Über ein volles Jahr hatte die Band kaum etwas von sich hören lassen, bevor im Juni ein Teaser veröffentlicht wurde. Damit endet eine ungewöhnlich lange Pause in den sozialen Medien, die bei Fans für Spannung gesorgt hat.
Die erste Single »Ten Over Ten« gibt die Richtung vor: Sie klingt deutlich schwerer und thrashiger als vieles, was man von dem Duo in den vergangenen Jahren gehört hat. Damit setzt die Band einen klaren Kontrapunkt zu ihrem Vorgängeralbum »Typhoons« aus dem Jahr 2021. Dieses war groovender ausgefallen und entstand unter Mitwirkung von Josh Homme, dem Kopf der Queens of the Stone Age. Nach Angaben der Band erinnert »Dead Company« dagegen an den Sound des Debüts aus dem Jahr 2014, als Kerr und Thatcher mit einem bewusst reduzierten Bandaufbau für Aufsehen sorgten.
Das Debütalbum hatte der Band damals eine Nominierung für den Mercury Prize sowie einen BRIT Award eingebracht. Dass sich Royal Blood nun wieder auf diese Wurzeln besinnen, passt zu einer Band, die ihren Ruf vor allem über massive, kompromisslose Riffs aufgebaut hat. Mit der neuen Platte scheint das Duo genau dort anzuknüpfen, ohne dabei auf Wiederholung zu setzen.
Als stärkster und aggressivster Song des Albums gilt der Titeltrack »Dead Company«. Er wird außerdem im Soundtrack von EA Sports FC 27 zu hören sein, was dem Stück eine zusätzliche Reichweite verschaffen dürfte. Als Herzstück der Platte wird dagegen »Ride« hervorgehoben, das die Stärken der Band in komprimierter Form zeigt.
Nicht alle Stücke setzen auf maximale Wucht. »Take Em All« und »The Closer« bringen atmosphärische Momente und Wechsel im Tempo ins Album, die für Abwechslung sorgen und dem Hörer Luft zum Atmen lassen. Ein Rezensent sieht in »Dead Company« womöglich den Beginn einer »Phase zwei« für die Band, also einen neuen Abschnitt nach einer Reihe von Alben, die bisher eher dem Muster der Vorgänger folgten. Zugleich merkt er an, dass die Unnachgiebigkeit mancher Passagen übertrieben wirke und die Gesangsstimme zeitweise im Klangteppich untergehe. Das schmälert die Gesamtwirkung der Platte, obwohl das Riffing selbst überzeugt.
Insgesamt fällt die Bewertung des Albums positiv aus, mit Vorbehalten hinsichtlich der Wirkung des Gesangs. Ob sich das Konzept einer rohen, lauten Rückbesinnung über die gesamte Länge des Albums trägt, wird sich nach der Veröffentlichung im November zeigen. Für eine Band, die zuletzt eher auf Wärme und Groove setzte, wäre das ein deutlicher Richtungswechsel.