Die Betreiber der Modding-Plattform Nexus Mods schließen ein generelles Verbot KI-generierter Mods aus. Stattdessen führen sie eine verpflichtende Kennzeichnung ein, die es Nutzerinnen und Nutzern ermöglichen soll, selbst zu entscheiden, welche Inhalte sie installieren. Mitbetreiber Victor »Foledinho« Folmann erklärte die Entscheidung damit, dass ein vollständiges Verbot den KI-Einsatz in der Modding-Szene nicht beseitigen würde. Das Ziel sei, KI-Nutzung so zu kennzeichnen, dass Herunterladende informiert wählen können.
Nach den neuen Regeln müssen Modder künftig angeben, ob ihre Mod KI-gestützt, überwiegend KI-generiert oder als KI-Werbematerial entstanden ist. Auf den jeweiligen Mod-Seiten ist außerdem öffentlich zu erklären, wie und wo KI eingesetzt wurde. Nutzer erhalten die Möglichkeit, KI-gestützte Mods in Suchergebnissen und über ihre Einstellungen auszublenden. Die Regeln betreffen damit nicht nur neue Veröffentlichungen, sondern auch bestehende Inhalte, die nachträglich ergänzt werden müssen.
Für bereits veröffentlichte Mods gilt eine Übergangsfrist von 60 Tagen. Bis zum 2. Januar müssen die Angaben nachgetragen werden. Wer sich nicht daran hält, muss mit Einschränkungen seines Kontos rechnen. Die Frist gibt Modderinnen und Moddern Zeit, ihre Projekte zu überprüfen, bevor die Regel greift.
Die Begründung der Betreiber stützt sich darauf, dass KI in der Modding-Arbeit auf ganz unterschiedliche Weise zum Einsatz kommt: beim Schreiben von Skripten, bei Texturen, bei Stimmen oder bei vollständigen Assets. Eine klare Grenze zwischen akzeptabler und nicht akzeptabler Nutzung zu ziehen, sei deshalb schwierig. Ein Verbot würde nach Einschätzung der Betreiber zudem dazu führen, dass Modder ihren KI-Einsatz verheimlichen, statt ihn offenzulegen. Genau dieses Verstecken wollen die neuen Regeln verhindern, weil es Nutzern die Entscheidungsgrundlage nehmen würde.
Das Problem wächst nach Angaben des Berichts spürbar. KI-generierte Mods erscheinen inzwischen täglich auf Nexus Mods, und generative KI verbreitet sich insgesamt in der Modding-Szene. Andere Plattformen gehen unterschiedlich vor: Steam verlangt eine Offenlegung nur auf den Store-Seiten, während Itch.io nach eigenen Angaben »Terabytes« an KI-Inhalten entfernt hat. Nexus Mods wählt damit einen Mittelweg zwischen vollständiger Ablehnung und bloßer Kennzeichnung auf Produktseiten.
Offen bleibt, ob die neuen Kennzeichnungsregeln beide Seiten der Debatte zufriedenstellen werden. Die Betreiber sehen sie als Kompromiss, doch ob Befürworter und Gegner generativer KI in der Szene damit leben können, ist noch nicht absehbar. Wie sich die Richtlinien künftig weiterentwickeln, ist ebenfalls offen.