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Italien kündigt militärischen Alleingang zum Schutz von Handelsschiffen am Bab al-Mandab an

Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto will nicht auf eine EU-Entscheidung warten und bereitet den Schutz italienischer Handelsschiffe in der Meerenge Bab al-Mandab vor. Die Huthi-Miliz kontrolliert nach einer Blitzoffensive die gesamte Westküste Jemens und damit praktisch uneingeschränkt die strategisch wichtige Wasserstraße.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Italien will seine Handelsschiffe in der Meerenge Bab al-Mandab notfalls ohne eine gemeinsame Entscheidung der Europäischen Union schützen. Verteidigungsminister Guido Crosetto kündigte einen nationalen Alleingang an, weil die Regierung in Rom nicht auf bürokratische Abstimmungen warten wolle. «Wir verfügen über die Fähigkeiten, die Durchfahrt zu schützen», sagte Crosetto. Jede Entscheidung über die Entsendung von Kriegsschiffen werde jedoch gemeinsam mit der Regierung und dem Parlament getroffen. «Wenn wir sie entsenden, dann zum Schutz von Handelsschiffen», so der Minister. Wie viele italienische Kriegsschiffe eingesetzt werden sollen, ließ er offen.

Hintergrund ist die jüngste Blitzoffensive der Huthi-Miliz, die in der vergangenen Woche die gesamte Westküste des Jemen unter ihre Kontrolle brachte und strategisch gelegene Inseln eroberte. Damit hat die mit dem Iran verbündete Miliz praktisch uneingeschränkten Zugriff auf die Meerenge Bab al-Mandab, die auch als «Tor der Tränen» bekannt ist. Crosetto warnte vor einer möglichen Blockade der Wasserstraße. Sollte der Schifffahrtsweg nicht mehr befahren werden können, hätte das erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen. «Wir dürfen nicht zulassen, dass bürokratische Entscheidungsverzögerungen eine ohnehin schon komplexe Situation verschärfen», sagte er.

Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Horn von Afrika verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. An ihrer engsten Stelle liegen zwischen der jemenitischen Küste und Dschibuti nur rund 27 Kilometer. Die Fahrrinnen verlaufen so nah an der Küste, dass Schiffe in Reichweite der Huthi geraten. Die Miliz hatte dort in den vergangenen Jahren mehrfach Schiffe angegriffen, teils versenkt oder gekapert. Die USA und die EU versuchen bereits mit Militäreinsätzen, Handelsschiffe besser vor Angriffen zu schützen.

Die Bedeutung der Meerenge hat zuletzt wieder zugenommen. Zwar ist die Zahl der Schiffe, die Bab al-Mandab durchfahren, seit Beginn der Huthi-Angriffe vor einigen Jahren zurückgegangen. Doch durch die iranische Blockade der Straße von Hormus ist die Wasserstraße erneut in den Fokus gerückt. Saudi-Arabien leitet mehr als 70 Prozent seiner Ölexporte über eine Pipeline zum Hafen Yanbu am Roten Meer um. Damit ist Bab al-Mandab zur Lebensader geworden. Im Juni passierten insgesamt 7,4 Millionen Barrel Öl täglich die Meerenge, was rund sieben Prozent der weltweiten Produktion entspricht.

Die Huthi-Bewegung, die sich selbst Ansar Allah nennt, geht auf die zaiditische Strömung des schiitischen Islams zurück und wird inzwischen von Abd al-Malik al-Huthi angeführt. Sie ist politisch stark vom iranischen Anti-Imperialismus inspiriert und trägt antiamerikanische, antiisraelische und antisemitische Züge. Nach Einschätzung der Jemen-Expertin Marieke Brandt ist die heutige militärische Stärke der Huthi das Ergebnis eines jahrzehntelangen Aufbauprozesses. Für Saudi-Arabien und den internationalen Schiffsverkehr bedeutet die Machtübernahme an der Meerenge einen erheblichen Rückschlag.

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