Der Volkswagen-Konzern hat seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr drastisch nach unten korrigiert. Statt der bisher erwarteten Umsatzrendite von vier bis fünfeinhalb Prozent rechnet Europas größter Autobauer nun nur noch mit höchstens einem Prozent. Die Nachricht ließ die Aktie des Wolfsburger Unternehmens am Mittwoch deutlich fallen. Auch die Eigentümerholding Porsche SE senkte ihre Prognose.
Als Hauptgrund für die Korrektur nennt der Konzern eine Abschreibung in Höhe von sechs Milliarden Euro auf die Beteiligung an Porsche. Diese Belastung drückt das operative Ergebnis erheblich. Ohne die Sonderabschreibung hätte Volkswagen zwar besser abgeschnitten, doch die Rendite bleibt weit unter den ursprünglichen Erwartungen. Der Schritt unterstreicht die anhaltende Krise der Automobilwirtschaft, die mit schwacher Nachfrage, hohen Kosten und dem Umbau zur Elektromobilität zu kämpfen hat.
Für die Aktionäre ist die Nachricht ein weiterer Rückschlag. Die VW-Aktie verlor nach der Ankündigung deutlich an Wert, ebenso die Papiere der Porsche SE. Analysten hatten bereits mit einer schwächeren Entwicklung gerechnet, doch das Ausmaß der Korrektur überraschte viele Marktbeobachter. Der Konzern hatte erst im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass das operative Ergebnis 2026 nahezu null betragen könnte, wenn keine Gegenmaßnahmen greifen.
Die Abschreibung auf Porsche ist Teil einer umfassenden Neubewertung der Beteiligung. Volkswagen hält indirekt über die Porsche SE einen großen Anteil an der Sportwagenmarke. Die Bewertung wurde nun an die gesunkenen Ertragsaussichten angepasst. Das Management betont, dass die operative Substanz des Konzerns intakt sei, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Die Rendite von einem Prozent liegt weit unter dem, was in der Branche als auskömmlich gilt.
Die Krise bei Volkswagen hat auch Auswirkungen auf die Zulieferer und die Beschäftigten. Der Konzern hatte bereits Sparprogramme angekündigt, um Kosten zu senken und die Produktion effizienter zu machen. Die nun gesenkte Prognose dürfte den Druck auf die Belegschaft und die Standorte weiter erhöhen. In den Werken in Deutschland und im europäischen Ausland wird über Kurzarbeit und Stellenabbau diskutiert.
Die Porsche SE als Dachgesellschaft der Familien Porsche und Piëch ist ebenfalls betroffen. Sie hält die Mehrheit an Volkswagen und muss nun ihre eigene Gewinnprognose anpassen. Für die Eigentümerfamilien bedeutet dies geringere Ausschüttungen und einen sinkenden Wert ihrer Beteiligung. Die Aktie der Porsche SE fiel ebenfalls deutlich.
Ob Volkswagen die Wende schafft, hängt von der Entwicklung des Automarktes und den Fortschritten bei der Elektromobilität ab. Der Konzern investiert Milliarden in neue Modelle und Batteriewerke, doch die Nachfrage nach Elektroautos wächst langsamer als erwartet. Gleichzeitig verschärfen chinesische Hersteller den Wettbewerb in Europa. Die gesenkte Prognose ist ein Signal, dass die Durststrecke länger dauern könnte als gehofft.