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Mike Flanagans «The Midnight Club» bleibt sein einziges unvollendetes Netflix-Projekt

Der Horror-Regisseur Mike Flanagan hat für Netflix mehrere gefeierte Serien produziert. Doch «The Midnight Club» wurde nach einer Staffel eingestellt und gilt heute als unterschätztes Juwel des Genres.

Mike Flanagan gehört zu den produktivsten und erfolgreichsten Horror-Autoren der Streaming-Ära. Für Netflix hat er mit «The Haunting of Hill House», «The Haunting of Bly Manor», «Midnight Mass» und zuletzt «The Fall of the House of Usher» mehrere viel beachtete Serien umgesetzt. Doch ein Projekt in seiner Filmografie blieb ohne Fortsetzung: «The Midnight Club» aus dem Jahr 2022 ist die einzige Netflix-Serie des Regisseurs, die nach einer einzigen Staffel eingestellt wurde.

Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Jugendroman von Christopher Pike und spielt in einem Hospiz für junge Menschen. Dort treffen sich die Bewohner jeden Abend, um sich Gruselgeschichten zu erzählen. Die Erzählungen werden als eigenständige Episoden inszeniert, während die Rahmenhandlung die Krankheit und den nahenden Tod der Figuren behandelt. Flanagan verband damit klassische Horror-Elemente mit einer emotionalen Geschichte über Freundschaft, Sterblichkeit und das Erwachsenwerden.

Trotz dieser ungewöhnlichen Mischung fand «The Midnight Club» nicht die breite Aufmerksamkeit, die andere Flanagan-Serien erhielten. Die Kritiken fielen gemischt aus, und Netflix entschied sich gegen eine zweite Staffel. Für Flanagan war dies ein Bruch mit seiner bisherigen Erfolgsbilanz beim Streamingdienst, bei dem er zuvor mehrere Projekte mit großer Reichweite platziert hatte.

Der Regisseur selbst äußerte sich später enttäuscht über das Aus. Er habe die Geschichte gern weitererzählt, da die Vorlage und die Figuren noch Potenzial für eine Fortsetzung geboten hätten. Dennoch blieb es bei der einen Staffel, die heute als abgeschlossenes, aber offenes Werk in seiner Filmografie steht.

In der Rückschau zeigt sich, dass «The Midnight Club» mehr ist als ein gescheitertes Netflix-Experiment. Die Serie verbindet die für Flanagan typische Atmosphäre mit einem jugendlichen Ensemble und einer ungewöhnlich direkten Auseinandersetzung mit dem Tod. Gerade für ein jüngeres Publikum, das sich für Horror und Coming-of-Age-Geschichten interessiert, bietet sie einen eigenständigen Zugang zum Genre.

Wer die bekannteren Werke des Regisseurs kennt, findet in «The Midnight Club» viele wiederkehrende Motive: die enge Gemeinschaft, die sich gegen eine bedrohliche Umgebung behauptet, die langsam enthüllte Wahrheit hinter übernatürlichen Ereignissen und die Frage, was Menschen zusammenhält, wenn sie Angst haben. Die Serie lohnt daher eine neuerliche Betrachtung, auch wenn sie nicht die Aufmerksamkeit ihrer Vorgänger erhielt.

Für Flanagan selbst blieb das Projekt dennoch ein Ausreißer. Während seine anderen Netflix-Serien entweder als abgeschlossene Miniserien konzipiert waren oder Fortsetzungen erhielten, steht «The Midnight Club» als einziger Fall, in dem eine geplante Fortsetzung nicht zustande kam. Das macht die Serie zu einem interessanten Sonderfall in der ansonsten so erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur und dem Streamingdienst.