Der italienisch-türkische Regisseur Ferzan Özpetek und sein Partner Simone Pontesilli sind seit 25 Jahren ein Paar. Im Jahr 2016 ließen sie ihre Partnerschaft in Rom eintragen, im selben Jahr, in dem das italienische Gesetz zur zivilen Lebenspartnerschaft, die sogenannte Legge Cirinnà, in Kraft trat. Die Verbindung gilt damit als eine der bekanntesten gleichgeschlechtlichen Beziehungen des italienischen Kulturbetriebs.
Die Eintragung ihrer Partnerschaft fiel in eine Zeit, in der Italien erstmals einen gesetzlichen Rahmen für gleichgeschlechtliche Paare schuf. Das Gesetz regelte unter anderem gegenseitige Rechte und Pflichten zwischen den Partnern und damit Fragen des gemeinsamen Alltags, die zuvor kaum rechtlich abgesichert waren. Für Paare wie Özpetek und Pontesilli bedeutete die Neuregelung, dass ihre Beziehung auch formal anerkannt wurde. Dass die Eintragung im selben Jahr erfolgte, in dem das Gesetz wirksam wurde, verleiht dem Schritt eine zusätzliche zeitgeschichtliche Bedeutung.
Özpetek, der durch Filme wie »Die Ferien der Anderen« und »Mine Vaganti« bekannt wurde, hat seine Beziehung über viele Jahre hinweg in der Öffentlichkeit immer wieder thematisiert. Dabei beschreibt er Pontesilli als seinen Begleiter auf dem Lebensweg. Die lange Dauer der Partnerschaft wird in Medienberichten als Beispiel für Beständigkeit gewürdigt, gerade weil sie mehrere gesellschaftliche Veränderungen überdauert hat. Ein Vierteljahrhundert gemeinsamer Jahre umfasst dabei sowohl beruflichen Erfolg des Regisseurs als auch die Entwicklung der öffentlichen Debatte über gleichgeschlechtliche Partnerschaften in Italien.
Für ein junges Publikum ist die Geschichte vor allem deshalb interessant, weil sie zeigt, wie sich rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen für Liebe und Familie verändern können. Während Paare heute in vielen europäischen Ländern selbstverständlich ihre Beziehungen rechtlich absichern, war dies in Italien lange Zeit nicht möglich. Die Eintragung von 2016 markierte deshalb einen Einschnitt, der auch im persönlichen Leben der beiden Partner spürbar wurde. Die Geschichte des Paares steht so exemplarisch für den Weg, den gleichgeschlechtliche Paare in Italien bis zur rechtlichen Anerkennung zurückgelegt haben.