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Flugbranche warnt vor Chaos bei Schengen-Einreise

Die Luftverkehrsbranche fordert eine Verlängerung der EU-Ausnahmeregeln für das Grenzkontrollsystem EES. Andernfalls drohten überlange Wartezeiten an deutschen Flughäfen.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Die deutsche Luftverkehrsbranche hat vor einem drohenden Chaos bei der Einreise in den Schengenraum gewarnt. Vertreter des Frankfurter Flughafens, der Fluggesellschaften Lufthansa und Condor sowie des Flughafenverbands ADV fordern, die zum 6. September auslaufenden Ausnahmeregeln der EU dringend zu verlängern. Andernfalls drohten überlange Wartezeiten bei der Ein- und Ausreise von Passagieren aus Drittstaaten.

Hintergrund ist das neue digitale Ein- und Ausreisesystem der EU (Entry-Exit-System, EES), das seit Oktober 2025 in Betrieb ist. Zum besseren Schutz der Außengrenzen werden von Reisenden aus Nicht-Schengen-Staaten bei jedem Grenzübertritt biometrische Merkmale erfasst und mit Datenbanken abgeglichen. Die aufwendigen Verfahren hatten in der Vergangenheit zu langen Wartezeiten geführt, weshalb die EU für den Sommer eine zeitweise Aussetzung der Kontrollen zuließ. Diese Regelung läuft nun aus. EU-Bürger sind von den Kontrollen nicht betroffen.

Bei einer Podiumsdebatte schilderte Fraport-Vorstand Dietmar Focke, dass am Frankfurter Flughafen bereits jetzt zahlreiche Umsteiger an den Grenzkontrollen hängen bleiben und regelmäßig Gefahr laufen, ihre Anschlussflüge zu verpassen. Im August sei nur mit Hilfe der Ausnahmeregeln eine sehr gute Pünktlichkeit erreicht worden. Laut Fraport haben die Wartezeiten bei hohem Aufkommen bis zu 90 Minuten betragen. Sie würden sich dem Flughafenbetreiber zufolge deutlich verlängern und zu massiven betrieblichen Problemen führen, wenn die Ausnahmen abgeschafft würden.

Besonders betroffen sind internationale Umsteiger der Lufthansa. Das Unternehmen stellt fest: „EES funktioniert derzeit noch nicht in der erforderlichen Qualität und Verlässlichkeit.“ Personalvorstand Michael Niggemann und Condor-Chef Peter Gerber beklagten zudem das Fehlen einer Smartphone-App, mit deren Hilfe Passagiere die Kontrollen vorbereiten können. Eine entsprechende EU-App namens „Travel-2-Europe“, mit der Reisende ihre Daten und Merkmale vorab eingeben können, wurde bislang nur von Schweden und Portugal übernommen.

Auf dpa-Anfrage erklärte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums, dass die Bundespolizei in Zusammenarbeit mit der EU-Grenzschutzagentur Frontex die Einführung der App vorbereite. Noch in diesem Jahr werde es Erprobungen an einem deutschen Flughafen geben. Die flächendeckende Einführung sei für 2027 vorgesehen. Zur Nutzung der App seien „umfangreiche technische Integrationsarbeiten an den deutschen Grenzkontrollsystemen erforderlich“.