Die steigenden Hardwarepreise des Jahres 2026 hinterlassen deutliche Spuren bei PC-Spielern. Laut der neuesten Steam-Hardware-Umfrage greifen viele Nutzer inzwischen wieder zu älteren und sparsameren Komponenten. Die im Oktober veröffentlichte Erhebung zeigt, dass Gamer ihre Systeme spürbar sparsamer zusammenstellen, weil sich nahezu jede Komponente im vergangenen Jahr verteuert hat.
Am deutlichsten zeigt sich dieser Trend beim Arbeitsspeicher. Systeme mit 16 GB RAM haben nun die Spitze übernommen: Ihr Anteil stieg um 3,6 Prozentpunkte auf 41,42 Prozent der Steam-Nutzer. Konfigurationen mit 32 GB verloren im gleichen Zeitraum 5,16 Prozentpunkte und kommen noch auf 37,06 Prozent. Auch bei den Prozessoren verschiebt sich das Bild. Vierkern-CPUs legten um 1,57 Prozentpunkte auf 12,36 Prozent zu, während Achtkerner an Boden verloren. Die Umfrage macht damit sichtbar, dass Spieler nicht nur beim Speicher, sondern im gesamten System zurückschrauben.
Bei den Grafikkarten hat die RTX 3060 ihre Spitzenposition zurückerobert und liegt nun bei 3,62 Prozent aller Steam-Nutzer. Der Zuwachs von 0,08 Prozentpunkten wirkt auf den ersten Blick gering, angesichts der enormen Zahl im Umlauf befindlicher Grafikkarten ist der Anteil aber beachtlich. Gebraucht ist die Karte auf eBay derzeit für etwa 250 bis 300 US-Dollar erhältlich, was die Entscheidung für ältere Hardware zusätzlich begünstigt. Hochwertige neue Grafikkarten verschwinden dagegen teils ganz aus den Listen der Händler.
Hintergrund der Entwicklung ist eine anhaltende Verknappung und Verteuerung von Speicherchips. Samsungs jüngster Quartalsbericht deutet darauf hin, dass sich die RAM-Krise im kommenden Jahr weiter verschärfen könnte, weil der Konzern verstärkt Speicher an KI-Rechenzentren liefert. Die Nachfrage aus der KI-Branche konkurriert damit direkt mit Endkunden, die Speicher für ihre eigenen Rechner benötigen. OpenAI-Chef Sam Altman bezeichnete es in diesem Zusammenhang als »ziemlich schrecklich«, dass Menschen RAM in ihren eigenen Computern haben.
Auch Konsolen sind von der Lage betroffen. Die PS5 Pro war vor dem Start von GTA 6 ausverkauft, gebrauchte Geräte wurden Berichten zufolge für bis zu 1.399 US-Dollar angeboten. Microsoft bat Nutzer, ungenutzte Xbox-Geräte zu verkaufen. Gerüchte über eine nächste Xbox für 1.800 US-Dollar passen in dieses Bild steigender Preise. Für PC-Bauer bleibt zumindest die Wahl, auf schwächere Konfigurationen auszuweichen, und genau das zeigt sich nun in den aktuellen Steam-Zahlen. Ob sich der Trend nach einer Entspannung des Marktes wieder umkehrt, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht ablesen.