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GTA III: Wie Rockstar die Open-World-Revolution startete

Ein Rückblick auf Grand Theft Auto III: Das Spiel von 2001 legte den Grundstein für das Open-World-Genre, wie wir es heute kennen. Liberty City, die Freiheit und der Einfluss auf die Serie werden analysiert.

Grand Theft Auto III feierte 2001 den radikalen Wandel der Serie von einem Top-Down-Spiel zu einem vollwertigen 3D-Open-World-Erlebnis. Der Rückblick auf den Klassiker zeigt, wie Rockstar mit dem Titel die Messlatte für das Genre neu definierte und die Grundlage für den bis heute anhaltenden Erfolg der Reihe legte. Das Spiel war der erste Schritt in eine neue Ära der virtuellen Freiheit.

Die Spielwelt Liberty City, eine Hommage an New York, erwies sich als eigentlicher Star des Spiels. Die Stadt war in drei Bezirke unterteilt, die nach und nach freigeschaltet wurden: das schmutzige Industriegebiet Portland, das an Manhattan erinnernde Staunton Island mit seinen Wolkenkratzern und der Parkanlage sowie das weniger interessante Shoreside Vale mit Flughafen und Staudamm. Obwohl die Dimensionen der Stadt im Vergleich zu späteren Ablegern bescheiden wirken, fühlte sie sich damals lebendig an – der Tag wurde zur Nacht, das Wetter wechselte, der Verkehr floss und Passanten bewegten sich unabhängig vom Spieler.

Der Wechsel von der Top-Down-Perspektive zur vollständigen 3D-Ansicht war ein gewaltiger Sprung. DMA Design, das Studio hinter dem Spiel, behielt die Kernidee der Vorgänger bei: Es gab keine getrennten Level für Fahrten oder Aktionen, sondern eine einzige Karte, auf der die Spieler ihre eigene Geschichte schrieben. Die Missionsstruktur zwang zwar manchmal zur Nutzung bestimmter Fahrzeuge, doch im Großen und Ganzen hatten die Spieler die freie Wahl, wie sie sich durch die Stadt bewegten.

Die Präsentation des Spiels setzte neue Maßstäbe. Die Synchronsprecher lasen sich wie ein Who-is-Who der Hollywood-Krimiszene: Frank Vincent, Michael Madsen, Joe Pantoliano, Robert Loggia, Michael Rapaport, Kyle MacLachlan und Debi Mazar liehen den Charakteren ihre Stimmen. Doch trotz dieser Starbesetzung blieb der Protagonist stumm, und die Geschichte war bewusst einfach gehalten. Stattdessen übernahm die Stadt selbst die Hauptrolle und erzählte durch ihre Atmosphäre und ihre Bewohner eine eigene Geschichte.

Der Rückblick auf GTA III offenbart auch Schwächen, die aus heutiger Sicht schwerer wiegen. Das Zielsystem wirkt aus moderner Perspektive fummelig, und die zeitaufwendigen Missions-Neustarts sind rückblickend unnötig hart. Dennoch beeindruckt das Spiel bis heute durch die gelungene Verbindung von Fahrzeugaction, Story und Erkundung in einer dynamischen 3D-Welt – und das, obwohl es dafür keinen Bauplan gab, an dem sich die Entwickler hätten orientieren können.

Besonders bemerkenswert ist die Verbindung zu GTA 2. Dessen Live-Action-Intro zeigte eine düstere, New York-artige Welt, die mit dem eigentlichen Spiel kaum etwas zu tun hatte. GTA III machte diese Vision wahr und lieferte genau das Spiel, das dieses Intro versprochen hatte. Damit löste Rockstar ein Versprechen ein, das der Vorgänger schuldig geblieben war.

Die Rückkehr zu Liberty City, das bereits im ersten GTA als Schauplatz diente, war eine bewusste Entscheidung. Man verabschiedete sich von der retro-futuristischen Fahrzeugflotte und der unbestimmten Zeitperiode des Vorgängers und setzte stattdessen auf eine glaubwürdige, zeitgenössische und wiedererkennbare Umgebung. Diese Mischung aus Vertrautheit und Innovation machte GTA III zu einem Meilenstein, dessen Einfluss bis in die heutige Open-World-Landschaft reicht.

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