Der Regisseur Gregory Nava trauert um Dolores Huerta, die große Bürgerrechtlerin und Mitbegründerin der US-amerikanischen Landarbeiter-Gewerkschaft. Huerta starb im Alter von 96 Jahren. Nava, der unter anderem das Drehbuch zu «Frida» schrieb und «Selena» inszenierte, erinnert sich an eine Frau, die sein Leben nachhaltig geprägt hat.
Huerta hatte Nava seiner heutigen Ehefrau Barbara Martinez Jitner vorgestellt und war bei deren Hochzeit als Trauzeugin dabei. In den letzten Jahren ihres Lebens saß sie mit dem Ehepaar mehr als 70 Stunden zusammen und erzählte ihnen Dinge aus ihrem Leben, die sie zuvor nur wenigen anvertraut hatte. Dieses Vertrauen bewegt Nava bis heute, denn es machte aus einer persönlichen Beziehung auch die Grundlage für ein Filmprojekt über ihr Leben.
Nava und seine Frau waren auch in Huertas letzten Stunden an ihrer Seite. Sie seien am Abend vor ihrem Tod im kalifornischen Bakersfield bei ihr gewesen, um sich von ihr zu verabschieden, berichtet Nava. Wörtlich schrieb er, sie seien «gesegnet» gewesen, bei Dolores zu sein. Für das Paar ist die Biografie der Aktivistin deshalb nicht nur ein Projekt im Filmgeschäft, sondern ein persönliches Anliegen, Huertas Vermächtnis lebendig zu halten.
Huerta gehörte zu den prägenden Figuren der mexikanisch-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Gemeinsam mit César Chávez setzte sie sich für bessere Löhne, Arbeitsbedingungen und die Rechte von Landarbeitern in den USA ein. Ihr Engagement machte sie über Jahrzehnte hinweg zu einer Symbolfigur für soziale Gerechtigkeit und politische Teilhabe. Navas Erinnerungen sind vor allem persönlich gefärbt, doch sie zeigen, wie tief dieser Einfluss auch Menschen aus der Filmbranche berührt.
Die Nachricht von Huertas Tod rückt zugleich die geplante Verfilmung ihres Lebens in den Blick. Navas Trauer verbindet das öffentliche Erbe der Aktivistin mit einer sehr privaten Beziehung. Er beschreibt Huerta als Menschen, dem man sich anvertrauen konnte, und zugleich als Frau, die mit ihrem Leben und Wirken ganze Generationen beeinflusst hat. Die Erinnerungen an ihre Zeit mit dem Ehepaar bleiben damit ein wesentlicher Bestandteil ihres Andenkens.