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50 Cent spricht über Diddy, «Power» und das Coming-out seiner Mutter

In einem ausführlichen Interview rechnet der Rapper und Produzent mit alten Weggefährten ab und spricht offen über seine Familiengeschichte. Ein zentraler Vorwurf: Diddy soll hinter seinem Rücken eine Schmutzkampagne gegen ihn geführt haben.

Der Rapper und Serienproduzent 50 Cent hat in einem neuen Interview mehrere Themen angesprochen, die weit über seine Musik hinausgehen. Im Mittelpunkt stehen ein angeblicher Rufmordversuch durch Sean «Diddy» Combs, sein endgültiger Bruch mit der Produzentin Courtney Kemp und die Offenheit über die sexuelle Orientierung seiner verstorbenen Mutter.

Wie 50 Cent schildert, soll Diddy über einen längeren Zeitraum versucht haben, ihn in der Öffentlichkeit zu diskreditieren. Der Vorwurf wiegt schwer, weil beide Männer über Jahre hinweg Teil derselben Hip-Hop-Industrie waren und immer wieder miteinander zu tun hatten. Konkrete Belege für die behauptete Kampagne nannte der Musiker in dem Gespräch nicht, er sprach jedoch von einer gezielten Strategie, die darauf abgezielt habe, sein Ansehen zu beschädigen. Für sein Publikum ist das insofern relevant, als 50 Cent seit Jahren zu den lautesten Kritikern von Diddy zählt und dessen Verhalten öffentlich immer wieder infrage gestellt hat.

Deutliche Worte fand 50 Cent auch zu Courtney Kemp, mit der er die Erfolgsserie «Power» entwickelte. Eine erneute Zusammenarbeit schloss er kategorisch aus. Die kreative Partnerschaft hatte über mehrere Staffeln hinweg das US-Fernsehen geprägt und dem Sender Starz zu einem seiner größten Hits verholfen. Dass der Produzent nun eine klare Grenze zieht, dürfte in der Branche aufmerksam verfolgt werden, zumal «Power» inzwischen mehrere Spin-offs hervorgebracht hat und das Franchise weiterhin aktiv ist.

Persönlich wurde 50 Cent bei einem Thema, das er bislang nur selten öffentlich behandelt hat: der Homosexualität seiner Mutter. Er erklärte, er habe erst im Laufe seines Lebens erfahren, dass seine Mutter Frauen liebte. «Ich schäme mich dafür in keiner Weise», wird er zitiert. Seine Mutter starb, als er noch ein Kind war, ein Verlust, der seine Biografie und seine Musik stark geprägt hat. Die Offenheit in dieser Frage ist bemerkenswert, weil Homosexualität im Hip-Hop lange Zeit ein Tabuthema war und noch immer kontrovers diskutiert wird.

Neben diesen persönlichen und brancheninternen Themen deutete das Gespräch an, wie breit 50 Cent inzwischen aufgestellt ist. Die Rede ist von rund 40 Projekten, die über zwölf verschiedene Sender verteilt sein sollen. Der Musiker hat sich in den vergangenen Jahren vom Rapper zum vielbeschäftigten Produzenten und Unternehmer entwickelt und ist damit ein Beispiel für den Wandel der Unterhaltungsindustrie, in der Künstler zunehmend eigene Inhalte finanzieren und vermarkten.

Das Interview zeigt einen Künstler, der sich öffentlich positioniert und dabei auch vor unbequemen Aussagen über ehemalige Weggefährten nicht zurückschreckt. Ob die Vorwürfe gegen Diddy Folgen haben werden, ist offen. Klar ist, dass 50 Cent seine Sicht der Dinge einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat und dabei private Offenheit mit deutlichen Worten in beruflichen Fragen verbindet.