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Baerbock beendet UN-Amt und zieht Bilanz eines turbulenten Jahres

Annalena Baerbock hat ihr Amt als Präsidentin der UN-Generalversammlung abgegeben. Im Rückblick spricht sie über Anfeindungen, Druck von USA und Russland sowie die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Annalena Baerbock hat sich nach einem Jahr als Präsidentin der UN-Generalversammlung von der internationalen Bühne verabschiedet. Die frühere deutsche Außenministerin übergab den Sitzungshammer am Dienstag an ihren Nachfolger Khalilur Rahman aus Bangladesch. In einem Abschlussgespräch mit der Deutschen Presse-Agentur zog die 45-Jährige Bilanz und beschrieb die Zeit bei den Vereinten Nationen als ausgesprochen turbulent.

„Man darf keine Angst vor Gegenwind haben, sonst sind in solch stürmischen Zeiten diese Ämter nichts für einen“, sagte Baerbock. Der Druck auf ihr Amt sei erheblich gewesen. Sowohl Russland als auch die USA hätten versucht, Einfluss auf die Arbeit der Generalversammlung zu nehmen. Laut UN-Kreisen drohten US-Vertreter mit Konsequenzen, falls aus ihrer Sicht unerwünschte Themen auf die Tagesordnung kämen. Russland und die USA versuchten demnach wiederholt, etablierte Formulierungen etwa zu Frauenrechten und Klimaschutz abzuschwächen oder zu streichen.

Baerbock berichtete von persönlichen Anfeindungen, die bis in ihre Zeit als Außenministerin zurückreichen. Dazu gehörten Falschbehauptungen über eine angebliche Tätigkeit als Prostituierte oder eine Affäre mit einem afrikanischen Gigolo während einer Afrikareise. Die Bundesregierung führte diese Vorwürfe später auf russische Desinformation zurück. Auch ein Vorfall im Jahr 2024, als eine russische Aufklärungsdrohne einen Besuch in der Ukraine vorzeitig beendete, prägte ihre Amtszeit.

Ihre Erfahrungen als Außenministerin bezeichnete Baerbock rückblickend als „beste Vorbereitung für das UN-Amt“. Sie habe gelernt, mit Angriffen umzugehen: „Ich glaube, ich verstehe ziemlich gut diese maskulinen Powergames.“ In ihrer Zeit als Kanzlerkandidatin der Grünen habe es sich zeitweise „angefühlt wie durch die Hölle zu gehen“, sagte sie. Kritiker warfen ihr damals unter anderem sprachliche Patzer und eine zu konfrontative Außenpolitik gegenüber Russland und China vor.

Besonders deutlich wurden die Spannungen bei der UN-Generalversammlung im September, als US-Präsident Donald Trump über einen angeblichen Defekt seines Teleprompters klagte. Baerbock konterte damals öffentlich: „Keine Sorge, die Teleprompter der Vereinten Nationen funktionieren einwandfrei.“ Trump hatte die UN zuvor grundsätzlich als ineffektiv kritisiert. Russland und die USA warfen Baerbock zudem vor, sich bei der Auswahl des nächsten UN-Generalsekretärs in Kompetenzen des Sicherheitsrats eingemischt zu haben. Sie selbst warb für ein transparenteres Auswahlverfahren.

UN-Experte Daniel Forti von der Crisis Group erklärte, ein transparenteres Verfahren würde die Glaubwürdigkeit der UN stärken. Keine der fünf Vetomächte im Sicherheitsrat habe jedoch ein Interesse daran, dieses Privileg aufzugeben. In Baerbocks Amtszeit fiel auch das Scheitern der deutschen Kandidatur für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat. „Natürlich hat das geschmerzt“, räumte sie ein. Nach der Wahlniederlage forderten Stimmen Kürzungen des deutschen UN-Engagements. Davor warnte Baerbock ausdrücklich: „Unser Markenkern war lange unsere wirtschaftliche Stärke, Exzellenz à la Made in Germany, aber auch unser finanzielles Einbringen in internationale Organisationen. Wenn wir damit aufhören, dann sind wir sehr bald nur noch einer von vielen.“

Die Vereinten Nationen selbst sieht sie unter massivem Druck. „Große Systeme wie die UN sterben nicht mit einem lauten Knall, sondern die zerfallen leise in sich zusammen“, sagte Baerbock. Mit dem Ende ihres Amtes will sie nun ins Privatleben zurückkehren: „Jetzt bin ich Privatmensch.“