Der australische Warhammer-Content-Creator Macca hat das Ende seines YouTube-Kanals The Outer Circle angekündigt. Nach mehr als zehn Jahren, in denen er Kommentare, Lore-Analysen und Einstiegsvideos vor allem zum Tabletop-Spiel Horus Heresy veröffentlichte, erklärte er in einem Video mit dem Titel «The End», er habe genug. Auslöser sind DMCA-Takedowns von Games Workshop gegen seine 3D-Druck-Designs von Miniaturen, die er auf der Plattform Cults 3D verkaufte, sowie jahrelange Anfeindungen aus der Community.
«Ich habe über die Jahre auf YouTube Morddrohungen erhalten, versuchte Doxxings und jede Art von unhöflichem Verhalten», sagte Macca in dem Video. «Und ehrlich gesagt ist es mir egal.» Er habe jahrelang versucht, eigene Modellreihen zu entwickeln, um Lücken im Produktsortiment zu schließen, und diese nach genügend Verkäufen kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Streit um die 3D-Druck-Designs hatte in den vergangenen Monaten an Schärfe gewonnen, nachdem Games Workshop rechtliche Schritte gegen mehrere Creator eingeleitet hatte.
Macca betont, dass es ihm nie um finanziellen Gewinn gegangen sei. Er habe weniger verlangt als andere, die Ähnliches anböten. «Ich brauche The Outer Circle nicht», sagte er. «Ich beende den Kanal. Ich betrachte das nicht als Sieg für meine Hater. Es ist einfach Neutralität. Ich habe keine Lust mehr, Dinge zu machen. Es gibt keinen Sinn mehr.» Er fühle sich wie gegen eine Wand redend, da seine Argumente entweder auf Zustimmung bei ohnehin Gleichgesinnten stießen oder auf Fans, die Kritik am Spiel als persönlichen Angriff werteten.
Der Konflikt dreht sich um die Frage, wie nah 3D-gedruckte Miniaturen an den offiziellen Modellen von Games Workshop sind und ob der Verkauf solcher Designs rechtlich zulässig ist. Games Workshop ist bekannt für seinen rigorosen Umgang mit geistigem Eigentum, sei es bei Videospielen, die Warhammer 40.000 ähneln, oder sogar bei der Marke «Space Marines». In diesem Jahr berichteten mehrere Creator von Takedowns, was in Teilen der Community als Krieg gegen den 3D-Druck wahrgenommen wird.
Macca sagte, er stehe in Gesprächen mit der Rechtsabteilung von Games Workshop, um eine Verständigung zu erreichen. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass die Takedowns aufgehoben werden oder er weiterhin Designs im Horus-Heresy-Bereich produzieren wird. Games Workshop äußert sich zu solchen Vorfällen in der Regel nicht, eine offizielle Stellungnahme ist daher unwahrscheinlich.
Der Fall zeigt, wie tief die Spaltung in der Warhammer-Community inzwischen ist. Während einige Maccas Kritik an der Preispolitik und den Geschäftspraktiken des Unternehmens teilen, verteidigen andere Games Workshop energisch. Macca selbst hatte in der Vergangenheit wiederholt die hohen Preise der Miniaturen kritisiert und auf seine Erfahrung in der Kunststoffindustrie verwiesen. «Als jemand, der vier Jahre in der Kunststoffindustrie gearbeitet hat, kann ich sagen, wie überteuert diese Dinge sind», so Macca. Doch viele Fans wollten das nicht hören.
In einem Beitrag auf seiner Patreon-Seite bekräftigte Macca, dass es ihm stets um eine moralische Frage gegangen sei, nicht um Geld. «Ich habe keinen Wunsch nach Geld, es war immer eine moralische Frage», schrieb er. «Und die Antwort auf diese Frage ist, dass es weit mehr Menschen mit wenig moralischem Charakter gibt, die sich verbiegen, um die Handlungen des Unternehmens zu rechtfertigen und ihre Mitmenschen zu hassen.» Er habe über die Jahre zahlreiche Morddrohungen und Doxxing-Versuche erhalten und eine Familie, die er schützen müsse.
Mit dem Ende von The Outer Circle verliert die Warhammer-Community eine der bekanntesten Stimmen, die sich kritisch mit dem Hersteller auseinandersetzte. Der Fall wirft zugleich ein Schlaglicht auf die wachsenden Spannungen zwischen offiziellen Lizenzinhabern und einer kreativen Fanszene, die durch 3D-Druck zunehmend eigene Wege geht. Ob Games Workshop seine Strategie gegenüber 3D-Druck-Designs ändern wird, bleibt offen. Für Macca ist die Entscheidung gefallen: «Es hat Spaß gemacht, aber es ist nichts mehr für mich.»