Der Martial-Arts-Film «Best of the Best» aus dem Jahr 1989 ist für viele Filmfans ein guilty pleasure, das bis heute für Gesprächsstoff sorgt. In einem aktuellen Reddit-Thread im Subreddit r/movies bezeichnen Nutzerinnen und Nutzer den Streifen liebevoll als «mein Lieblings-Schlechtfilm» und vergeben eine solide 6 von 10 Punkten. Der Film sei «amüsant, wenn auch nichts weiter», heißt es in dem Beitrag. Damit trifft er offenbar den Nerv einer ganzen Community, die sich an Trash-Klassikern der späten Achtziger und frühen Neunziger erfreut.
Besonders hervorgehoben wird die hochkarätige Besetzung: James Earl Jones, der allein durch seine Stimme als Darth Vader Filmgeschichte schrieb und später den König von Zamunda in «Der Prinz aus Zamunda» verkörperte, ist ebenso dabei wie Eric Roberts, der Bruder von Julia Roberts, der hier den rebellischen Außenseiter gibt. Sally Kirkland, bekannt aus «JFK», und Chris Penn, der später mit Quentin Tarantino arbeitete, komplettieren das Ensemble. Für Fans von Action mit einer ordentlichen Portion Käse sei der Film genau das Richtige, so der Tenor des Beitrags.
Die Handlung dreht sich um einen Kampfsportwettbewerb zwischen den USA und Südkorea. Der Reddit-Nutzer zitiert eine Szene, in der es heißt: «It's the USA v South Korea ma'an» – ein Satz, der die over-the-top Atmosphäre des Films perfekt einfängt. Auch die typischen Klischees der damaligen Zeit werden nicht ausgelassen: Eine emotionale Ballade im Stil von John Parr untermalt eine lange Szene, in der ein kleiner Junge auf einem Fahrrad zu sehen ist – ein Moment, der laut dem Beitrag «später im Film sicher noch eine Bedeutung haben muss». Die Trainingsszenen seien derart lasch, dass «ein Kleinkind diese Übungen absolvieren könnte», heißt es weiter.
Ein zentrales Element der Handlung ist der Rachefeldzug eines koreanischstämmigen Amerikaners nach dem Tod seines Bruders. Am Ende geben die koreanischen Gegner ihre Siegermedaillen an die Amerikaner weiter, weil diese würdige Kontrahenten seien. Für den Reddit-Nutzer ist das «irgendwie besser als Rocky IV». Er fragt sich, ob der Film damals dazu beigetragen hat, die Spannungen zwischen den Ländern zu entschärfen – eine augenzwinkernde Spekulation, die zeigt, wie sehr der Film zwischen Ernsthaftigkeit und unfreiwilliger Komik pendelt.
Die Fortsetzung mit ähnlicher Besetzung wird in dem Beitrag als enttäuschend beschrieben: «Die Fortsetzung suckt aus den falschen Gründen.» Das unterstreicht, dass der Charme des Originals schwer zu wiederholen ist. Als weitere Kandidaten für glorreichen Trash werden «No Retreat, No Surrender» – offiziell Bruce Lees letzter Film –, «Birdemic», «The Room», «Samurai Cop» und «Deadly Prey» genannt. Die Diskussion zeigt, dass derartige Filme für viele junge Cineastinnen und Cineasten einen festen Platz in der Popkultur haben.
«Best of the Best» ist damit mehr als nur ein vergessener Actionstreifen. Er steht exemplarisch für eine Ära, in der Martial-Arts-Filme mit patriotischem Pathos, schweißtreibenden Trainingsmontagen und großen Emotionen das Kino prägten. Dass er heute in Foren wie Reddit gefeiert wird, spricht für seinen Status als Kultfilm – nicht trotz, sondern gerade wegen seiner Schwächen. Wer Action mit einer Prise Käse mag, sollte sich diesen Klassiker nicht entgehen lassen.