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Gen Z ruft zu bundesweiten Protesten auf, Innenminister warnt vor Gewalt

Das Bündnis «Gen Z regelt» hat für den 31. Oktober zu Protesten in mehr als dreißig deutschen Städten aufgerufen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt warnt vor einer Unterwanderung durch gewaltbereite Gruppen, während die Forscherin Nina Kolleck die Lage der Jugend in Deutschland untersucht hat.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Die Generation Z geht in Deutschland auf die Straße. Für den 31. Oktober hat das Bündnis «Gen Z regelt» bundesweit zu Protesten aufgerufen. Nach Angaben der Veranstalter werden in mehr als dreißig Städten, darunter Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig, Dresden und München, rund 150.000 Menschen erwartet. Die Bundesregierung reagiert alarmiert.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat vor einer Unterwanderung durch gewaltbereite Gruppen gewarnt. Er verwies auf die Ausschreitungen Mitte Oktober in Frankreich, als in Paris, Lille und Lyon Geschäfte geplündert wurden und im südfranzösischen Limoges das Rathaus niederbrannte. Dobrindt sagte: «Es gibt auch in Deutschland eine extremistische Szene und wir haben in der Vergangenheit auch erlebt, dass ausländische Mitglieder von extremistischen Szenen nach Deutschland kommen, um an Protesten teilzunehmen.» Grünen-Co-Chef Felix Banaszak widersprach. Die Rhetorik der Union, die Proteste präventiv zu kriminalisieren, treibe die Menschen im Zweifel sogar in eine Radikalisierung.

Aus Furcht vor Ausschreitungen schließen in einzelnen Städten Geschäfte, etwa auf der Düsseldorfer Einkaufsmeile Kö. Die Parfümeriekette Douglas hat aus Sicherheitsgründen einzelne Filialen geschlossen. Gruppierungen wie die Bundesschülerkonferenz haben sich von den Protesten am Wochenende distanziert. Ein Brandbrief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) fand im Internet zehntausendfach Unterstützung. Darin heißt es: «Es reicht uns.» Die Sparpolitik der Bundesregierung nehme jungen Menschen jede Hoffnung. Die zentrale Forderung lautet: «Hören Sie uns endlich zu!»

Nach eigenen Angaben ist «Gen Z regelt» ein überparteiliches Bündnis, das sich als unabhängiger, loser Zusammenschluss junger Menschen versteht. Die Webseite ist in der Schweiz registriert. Von Gewalt distanziert sich die Organisation ausdrücklich. In einer Erklärung heißt es, man sei «die Mitte von allem», gemeint seien alle politischen Richtungen, egal ob links, rechts, grün oder anders.

Der Unmut junger Menschen ist nach Einschätzung der Beteiligten nicht neu. Bundeskanzler Merz bekam ihn im Vorjahr zu spüren, als die Junge Gruppe der Unions-Abgeordneten gegen seine Rentenpläne mobil machte. Schon vor gut sieben Jahren skandierten die Demonstranten von «Fridays for Future» um Luisa Neubauer: «Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.» Damals ging es um das Klima. Danach folgte die Pandemie, in der eine halbe Generation entscheidende Jahre im Lockdown zu Hause verbrachte. Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten verstärkten die Krisenstimmung. Hinzu kommt die Sorge, dass Künstliche Intelligenz Einsteigerjobs ersetzt, während bezahlbare WG-Zimmer schon heute knapp sind. Viele junge Menschen rebellieren gegen marode Schulen, veraltete Ausstattung an den Universitäten, Wohnungsnot und die Wehrpflicht.

Die Erziehungswissenschaftlerin Nina Kolleck von der Universität Potsdam erstellt die «Jugendstudie 2026», eine repräsentative Erhebung, die es seit 2010 gibt. Sie räumt ein Missverständnis aus: «Trotz der schwierigen Lage bleibt die Leistungsbereitschaft der jungen Generation hoch. Die große Mehrheit ist bereit, zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen.» Gleichzeitig beobachtet sie eine Verschiebung: «Gleichzeitig wachsen Zweifel, ob sich Leistung in Deutschland noch lohnt.» Der Traum vom sozialen Aufstieg und von den eigenen vier Wänden sei für viele außer Reichweite gerückt. Jugendforscher Klaus Hurrelmann sieht ein weiteres Problem: Die junge Generation fühle sich in gesellschaftlichen Zukunftsfragen zu wenig beteiligt.

Der Blick nach Frankreich zeigt, wie schnell Unmut eskalieren kann. Begonnen hatten die dortigen Schülerproteste mit Forderungen nach einer besseren Ausstattung der Schulen und mehr Bildungschancen. Am 17. Oktober kam es zur Eskalation: Geschäfte wurden geplündert, Autos angezündet, in Limoges brannte das Rathaus nieder. Der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy sagte: «Leider wird es in der Geschichte Frankreichs ein Davor und ein Danach geben.» Knapp achtzig Prozent eines Jahrgangs machen in Frankreich das Abitur, doch das verspricht längst keinen Aufstieg mehr. Der eigentliche Kampf beginne erst danach um Studienplätze an den Elitehochschulen, den Grandes Écoles, die allein den Weg in Spitzenjobs öffnen. Zum Symbol des Unmuts wurde die Internetplattform Parcoursup, die Studienplätze nach schwer durchschaubaren Verfahren vergibt.

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