Die Freien Wähler trauern um ihren Vorsitzenden Hubert Aiwanger. Der 55-Jährige war am Mittwoch in einem Berliner Hotelzimmer leblos aufgefunden worden. Die Partei zeigt sich nach dem plötzlichen Tod erschüttert, sowohl der Bundesverband als auch der bayerische Landesverband. Für das Wochenende ist in München ein gemeinsames Treffen zum gemeinsamen Gedenken geplant.
Zu dem Treffen sind Landtagsabgeordnete und Landräte eingeladen. Die Parteiführung stellt klar, dass an diesem Wochenende weder eine personelle Debatte geführt noch Entscheidungen getroffen werden sollen. Die Frage, wer Aiwanger an der Parteispitze nachfolgt, bleibt ausdrücklich offen. Auch der Zeitpunkt einer möglichen Neuordnung der Führung ist derzeit nicht festgelegt. Damit soll zunächst Raum für Trauer und Erinnerung bleiben.
Nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft gibt es bei der vorläufigen Obduktion keine Hinweise auf eine Fremdeinwirkung. Weitere rechtsmedizinische Untersuchungen stehen allerdings noch aus. Die genauen Umstände des Todes sind damit noch nicht abschließend geklärt, und die Ermittler haben sich bislang nicht zu weiteren Einzelheiten geäußert.
Aiwanger war in Bayern stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister. Die Freien Wähler bilden in Bayern eine Koalition mit der CSU, und Aiwanger prägte als Partei- und Regierungsfigur die politische Arbeit der Freien Wähler im Freistaat über Jahre hinweg. Das Wirtschaftsministerium führt vorübergehend Staatssekretär Tobias Gotthardt. Ziel sei ein reibungsloser Übergang und die Fortführung der laufenden Arbeit, heißt es aus dem Haus. Die Verwaltung soll also ohne Unterbrechung weiterlaufen.
Das Vorschlagsrecht für die Nachfolge im Ministeramt liegt bei der Landtagsfraktion der Freien Wähler. Wer das Ministerium künftig übernimmt, ist bislang nicht entschieden. Fraktionschef Florian Streibl bezeichnete den Verlust als unwirklich. Die Fraktion muss damit in einer Situation handeln, in der die persönliche Trauer und die politische Verantwortung zusammenfallen.
Für die kommende Woche wird eine offizielle Gedenkfeier erwartet, an der auch Ministerpräsident Markus Söder teilnehmen soll. Der Landtag wird am Donnerstag mit einer Gedenkminute an Aiwanger erinnern. Im Münchner Prinz-Carl-Palais liegt bis einschließlich Montag ein Kondolenzbuch aus, in das sich Bürgerinnen und Bürger eintragen können. Damit bietet sich auch außerhalb der Partei die Möglichkeit, persönlich Anteilnahme zu zeigen.