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Wüst zeichnet Gündogan mit Mevlüde-Genç-Medaille aus

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat den früheren Fußball-Nationalspieler İlkay Gündogan in Istanbul mit der Mevlüde-Genç-Medaille geehrt. Die Auszeichnung würdigt Gündogans Einsatz für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Toleranz.

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Der frühere Fußball-Nationalspieler İlkay Gündogan ist mit der Mevlüde-Genç-Medaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Hendrik Wüst überreichte dem 35-Jährigen die Ehrung bei einer Zeremonie in der Sommerresidenz der deutschen Botschafterin in Istanbul. Die Medaille würdigt Gündogans besondere Verdienste um den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

In seiner Laudatio betonte Wüst, Gündogan habe sich gegen Anfeindungen und Diskriminierung zur Wehr gesetzt und andere davor in Schutz genommen. «Dafür zollen wir Ihnen einen großen Respekt», sagte der Ministerpräsident. Gündogan habe seine Popularität genutzt, «um Zeichen gegen Ausgrenzung, Hass, Rassismus zu setzen, um Brücken zu bauen zwischen den Kulturen, auch zwischen der Türkei und Deutschland».

Der gebürtige Gelsenkirchener war der erste Fußballer mit Migrationshintergrund, der zum Kapitän der deutschen Nationalmannschaft aufstieg. Seit Jahren tritt er für ein respektvolles Miteinander und die verbindende Kraft des Fußballs ein. Die Auszeichnung war Gündogan bereits im vergangenen Jahr zugesprochen worden. Wegen seines Vereinswechsels zu Galatasaray Istanbul konnte die Verleihung zunächst nicht stattfinden. Wüst holte sie nun während seiner ersten Reise in die Türkei nach.

An der Zeremonie nahm auch Leroy Sané teil, der ebenfalls bei Galatasaray Istanbul spielt. Die Mevlüde-Genç-Medaille wird seit 2018 an Persönlichkeiten oder Gruppen verliehen, die sich für Verständigung und Toleranz einsetzen und so zu einem friedlichen Miteinander in der Gesellschaft beitragen.

Die Verleihung erinnert an die Nacht des 29. Mai 1993, in der vier Jugendliche Brandsätze in das Haus der Familie Genç in Solingen warfen. Mevlüde und Durmuş Genç verloren zwei Töchter, zwei Enkelkinder und eine Nichte. 17 Familienmitglieder wurden zum Teil sehr schwer verletzt und leiden noch heute an den Folgen des rassistischen Anschlags.