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Xbox gründet Xbox Labs für Spiele im Browser

Microsofts Xbox startet mit Xbox Labs eine neue Einheit, die Spiele stärker im Browser zugänglich machen soll. Künstliche Intelligenz wird in der Ankündigung nicht erwähnt, obwohl der Schritt in eine Debatte über KI in der Spielebranche fällt.

Xbox hat mit Xbox Labs eine neue Einheit gegründet, die mehr Menschen das Spielen von Games ermöglichen soll – insbesondere direkt im Web-Browser. In der offiziellen Ankündigung fällt allerdings kein einziges Wort zu künstlicher Intelligenz, obwohl der Vorstoß in eine hitzige Debatte über generative KI in der Spieleentwicklung fällt.

Xbox-CEO Asha Sharma erklärte, in den vergangenen Wochen seien Spiele rasch dekompiliert und neu gebaut worden, um auf Hardware zu laufen, für die sie ursprünglich nie gedacht waren. Windows-PC-Versionen seien so übersetzt worden, dass sie auf Apple Silicon oder über WebAssembly und WebGPU in einem Browser laufen. Letzteres erreiche inzwischen fast 90 Prozent globale Browser-Unterstützung. Sharma zufolge wurden sogar einige der größten Spiele der Welt in den Quellcode eines anderen Spiels eingebaut. Diese Experimente stellten lang gehegte Annahmen der Branche infrage: die Bindung zwischen Software und Hardware, die Grenze zwischen Erschaffen und Spielen sowie die Art, wie Menschen Spiele entdecken und erleben.

Mit der Umsetzung wurde Xbox-CTO Scott Van Vliet betraut. Er und ein kleines Team sollen laut Sharma aufstrebende Ideen in konkrete Erfahrungen für Spielerinnen, Spieler und Entwicklerstudios verwandeln. Xbox Labs ist damit ausdrücklich als Initiative angelegt, die neue technische Möglichkeiten auslotet und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich macht.

Der Schritt fällt in eine Zeit, in der im Netz sogenannte vibe-codierte Spiele boomen. Dabei handelt es sich um Projekte, die mit generativer KI erstellt oder stark verändert wurden und direkt im Browser spielbar sind. Viele dieser Veröffentlichungen sind Remaster älterer Titel wie The Simpsons: Hit and Run oder Mash-ups, die aus bekannten Marken wie Minecraft und Elden Ring eine Art Chimäre formen. Die Flut solcher Portierungen und Neuauflagen hat in der westlichen Spielebranche eine kontroverse Diskussion über Urheberrecht, Qualität und den Wert originärer Entwicklung ausgelöst.

In Asien ist die Haltung zu KI-gestützter Spieleentwicklung deutlich offener. Der Dragon-Quest-Schöpfer Yuji Horii gilt als prominenter Befürworter der Technologie. Auch andere Studios setzen sie bereits ein, um den wachsenden Entwicklungszeiten und Kosten moderner Videospiele entgegenzuwirken. Xbox Labs könnte daher der Versuch sein, die öffentliche Meinung zu KI in Spielen zu beeinflussen – weg von der Skepsis, hin zu einer pragmatischeren Sicht auf das Werkzeug.

Für Microsoft steht dabei mehr auf dem Spiel als nur das Gaming-Geschäft. Der Konzern hat erheblich in KI investiert und verzeichnet dadurch gestiegene Profite. Die neue Xbox-Einheit ist also auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass der Mutterkonzern im Wettlauf um KI-Technologien eine führende Rolle beansprucht. Eine offene Bewerbung von KI in der Spieleentwicklung birgt allerdings Risiken, weil viele Spielerinnen und Spieler der Technologie kritisch gegenüberstehen.

Neben Xbox Labs kündigte das Unternehmen die Gründung von XP an. Diese neue Untereinheit soll Xbox über Film, Fernsehen und Live-Events bekannter machen und die Marke über das reine Spielen hinaus tragen. Damit folgt Xbox einem Muster, mit dem andere große Player der Branche ihre Reichweite ausbauen.

Auch Epic Games, das Unternehmen hinter Unreal Engine und Fortnite, vollzieht einem Bericht zufolge einen massiven Schwenk hin zu einem KI-first-Ansatz in der Spieleentwicklung. Ein nicht angekündigter Shooter mit Marvel- und Star-Wars-Charakteren soll sich dadurch verzögert haben. Die Entscheidung von Xbox, KI in der offiziellen Kommunikation zu Xbox Labs nicht zu erwähnen, dürfte daher kein Zufall sein: Während die Technologie intern vorangetrieben wird, scheut man das öffentliche Bekenntnis – zumindest vorerst.