Wireva

Ukraine plant «Armee der Roboter»: Humanoide Maschinen sollen Frontaufgaben übernehmen

Der frühere ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow stellt auf der IT Arena in Lwiw das Projekt «Army of Robots» vor. Humanoide Roboter sollen Verwundete bergen, Munition transportieren und Stellungen sichern. Innerhalb von sechs Monaten soll ein Roboter erstmals einen russischen Soldaten töten.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Der frühere ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow will den Einsatz von Robotern im Krieg gegen Russland deutlich ausweiten. Auf der Technologiekonferenz IT Arena in Lwiw stellte er am Samstag ein Projekt mit dem Namen «Army of Robots» vor, wie mehrere ukrainische Medien berichteten. Ziel sei es, gefährliche Aufgaben an der Front schrittweise von Maschinen übernehmen zu lassen, die bislang Soldaten erledigen. Fedorow war von Januar bis Juli 2026 ukrainischer Verteidigungsminister und arbeitet seit seinem Ausscheiden wieder im privaten Technologiesektor.

Das Vorhaben ist nach seinen Angaben kein staatliches Programm, sondern soll als Netzwerk aus Entwicklern, Rüstungsfirmen und Investoren aufgebaut werden. Geplant sind eigene Forschungs- und Entwicklungsprojekte, Tests in Zusammenarbeit mit der ukrainischen Armee und Investitionen in Unternehmen, deren Technik sich im Einsatz bewährt. Im Mittelpunkt stehen humanoide Roboter. Sie sollen Verwundete bergen, Munition transportieren, Minen verlegen und räumen, aufklären und Stellungen sichern. Fedorow nannte zudem einfache Tätigkeiten wie den Austausch von Batterien, das Anbringen von Sensoren oder das Nachladen eines Maschinengewehrs. Solche Aufgaben ließen sich Robotern vergleichsweise schnell beibringen, sagte er.

Fedorow formulierte einen besonders ambitionierten Zeitplan. Ein humanoider Roboter soll demnach innerhalb von sechs Monaten erstmals einen russischen Soldaten töten. Innerhalb eines Jahres sollen Roboter und Drohnen gemeinsam an einem Kampfeinsatz beteiligt sein oder einen Angriff ohne eingesetzte Infanterie ermöglichen. Noch ist offen, wie schnell sich diese Pläne technisch umsetzen lassen. Fedorow sucht nach eigenen Angaben Ingenieure und Entwickler in der Ukraine und im Ausland sowie Unternehmen und Investoren. Neben humanoiden Robotern sollen auch günstigere Abfangraketen und KI-gestützte Angriffssysteme entwickelt werden. Welche Firmen beteiligt sein werden und wie die Entscheidungsprozesse bei bewaffneten Systemen konkret aussehen sollen, wurde zunächst nicht erläutert.

Bereits heute setzt die ukrainische Armee Kampfroboter ein, vor allem nördlich der Stadt Lyman in der Region Donezk. Im Zuge der Militäroperation «Vivaldi» veröffentlichte das ukrainische 3. Armeekorps in der vergangenen Woche Aufnahmen, die zeigen, wie schwere Bomberdrohnen mit Sprengstoff bestückte Bodenfahrzeuge mehr als zehn Kilometer hinter die russischen Linien transportieren und dort absetzen. Das Korps bezeichnet diese Methode als weltweit ersten Einsatz dieser Art. Nach Angaben der Einheit wurden Bodenroboter bei «Vivaldi» außerdem zum Räumen von Minen, für Versorgungstransporte und zur Unterstützung von Angriffen genutzt.

Mittlerweile haben Analysten den Erfolg der Operation belegt. Das US-amerikanische Institute for the Study of War (ISW) berichtete am 22. September, ukrainische Kräfte hätten im Zuge der Operation mindestens 125 Quadratkilometer nördlich von Lyman zurückgewonnen. Zuvor hatte das Institut bereits die Rückeroberung beziehungsweise ukrainische Kontrolle über Shandryholowe, Derylowe und Drobyschewe beschrieben. Nicht belegen lassen sich dagegen die ukrainischen Behauptungen über russische Verluste nach Kämpfen mit ukrainischen Robotern. Das 3. Armeekorps erklärt, in der zweiten Phase von «Vivaldi» seien rund 800 russische Soldaten getötet worden; insgesamt beziffert die Einheit die russischen Personalverluste in den ersten beiden Phasen auf mehr als 3.000.

Die Pläne Fedorows fallen in eine Phase, in der die Ukraine verstärkt auf technologische Lösungen setzt, um Personalverluste zu reduzieren und die eigene Schlagkraft zu erhöhen. Der frühere Verteidigungsminister, der selbst aus dem Technologiesektor stammt, bündelt nun private und militärische Kapazitäten. Ob die ehrgeizigen Ziele tatsächlich innerhalb der genannten Fristen erreicht werden können, hängt nicht zuletzt von der Verfügbarkeit geeigneter Ingenieure, der Finanzierung durch Investoren und der Bereitschaft der Armee ab, die Systeme unter realen Bedingungen zu testen. Die bereits laufende Operation «Vivaldi» zeigt, dass Bodenroboter zumindest für Transport-, Minenräum- und Unterstützungsaufgaben schon jetzt eingesetzt werden. Der Schritt zu humanoiden Robotern, die eigenständig kämpfen, wäre jedoch eine neue Qualität der Kriegsführung.

Same event, other desks

Story file →