William Shatner, der Mann, der Captain James T. Kirk unsterblich machte, sieht in Star Trek mehr als nur eine langlebige Fernsehserie. Anlässlich des 60. Jubiläums der Franchise erklärt der Schauspieler, warum die Botschaft der Reihe im Jahr 2026 aktueller denn je ist. Eine einfache Antwort auf die Frage, warum Star Trek seit sechs Jahrzehnten Bestand hat, hat Shatner zwar nicht parat – doch dass die Serie heute eine besondere Relevanz besitzt, daran lässt er keinen Zweifel.
Die Faszination von Star Trek liegt seit jeher in der Verbindung aus Abenteuer und gesellschaftlicher Vision. Die Serie rund um die Crew der Enterprise zeichnete schon in den 1960er-Jahren ein Bild der Zukunft, das von Vielfalt, wissenschaftlicher Neugier und der Hoffnung auf eine bessere Gesellschaft geprägt war. Genau diese Themen haben nichts von ihrer Strahlkraft verloren. In einer Zeit, in der Debatten über Technologie, Zusammenleben und globale Herausforderungen lauter werden, wirkt die optimistische Grundhaltung der Reihe fast wie ein Gegenentwurf zur Gegenwart.
Shatner selbst ist längst mehr als nur der Mann mit der goldfarbenen Uniform. Der heute 94-Jährige hat sich als Autor, Dokumentarfilmer und schillernde Persönlichkeit der Popkultur einen Namen gemacht. Seine Verbindung zu Star Trek ist dabei nie abgerissen – und seine Stimme hat Gewicht, wenn es um die Frage geht, was die Franchise heute bedeutet. Dass er ausgerechnet zum runden Jubiläum die Wichtigkeit der Serie betont, unterstreicht, wie sehr Star Trek über reine Unterhaltung hinausgeht.
Dass die Franchise lebt und sich weiterentwickelt, zeigt auch ein Blick auf aktuelle Projekte. So sorgte zuletzt James McAvoy für Aufsehen, der verriet, dass er eine Star-Trek-Serie über einen jungen Jean-Luc Picard vorgeschlagen hatte. Sein Konzept mit dem Titel «Mutiny On the Stargazer» hätte sich um die frühen Jahre der später von Patrick Stewart verkörperten Figur gedreht. McAvoy, der bereits im X-Men-Franchise Erfahrung mit ikonischen Rollen gesammelt hat, scherzte, er wolle eigentlich nur den jungen Patrick Stewart spielen. Ob aus der Idee jemals eine Serie wird, ist offen – doch allein der Pitch zeigt, wie sehr die Figur Picard und das Star-Trek-Universum nach wie vor Kreative inspirieren.
Die Faszination für Star Trek ist dabei nicht auf neue Projekte beschränkt. Auch ältere Serien wie «Star Trek: Voyager» werden von Fans weiterhin intensiv geschaut und diskutiert. Selbst bei einem Rewatch zeigt sich, dass nicht jede Episode zum Pflichtprogramm gehört – ein Zeichen dafür, wie umfangreich und vielschichtig das Universum über die Jahrzehnte geworden ist. Die Franchise hat sich längst zu einem kulturellen Archiv entwickelt, in dem sich Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern wiederfinden.
Für junge Fans, die mit den neueren Serien aufgewachsen sind, ist Star Trek vielleicht vor allem ein spektakuläres Science-Fiction-Erlebnis. Doch der Kern der Reihe ist ein anderer: die Vorstellung, dass die Menschheit ihre Konflikte überwinden und gemeinsam in die Zukunft aufbrechen kann. Shatners Mahnung zur rechten Zeit erinnert daran, dass diese Utopie keine naive Träumerei ist, sondern eine Haltung, die es zu verteidigen gilt. Ob auf der Brücke der Enterprise oder im echten Leben – die Frage, wie wir zusammenleben wollen, bleibt die zentrale Frage.
Sechzig Jahre nach dem Start der Originalserie ist Star Trek damit weit mehr als ein Stück Fernsehgeschichte. Es ist ein Gesprächsangebot über die Zukunft, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Shatner, der wie kaum ein anderer für dieses Erbe steht, macht deutlich, dass die Reise noch lange nicht vorbei ist.