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UN-Bericht: Welt steuert auf 2,8 Grad Erwärmung zu

Nach Berechnungen des UN-Umweltprogramms führt die aktuelle Klimapolitik bis zum Ende des Jahrhunderts zu einer Erwärmung von 2,8 Grad. UNEP-Direktorin Inger Andersen warnt vor den Folgen und fordert schnelle Emissionssenkungen.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Die Erde steuert mit der aktuellen weltweiten Klimapolitik bis zum Ende des Jahrhunderts auf eine Erwärmung von 2,8 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu. Das geht aus Berechnungen des UN-Umweltprogramms (UNEP) hervor. Jeder Bruchteil eines Grades über 1,5 Grad erhöhe das Risiko für tödliche Fluten, Hitzewellen und Waldbrände, sagte UNEP-Direktorin Inger Andersen. Die Weltgemeinschaft hatte sich eigentlich das Ziel gesetzt, die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu begrenzen, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden.

Selbst wenn alle Länder ihre angekündigten Klimaschutzmaßnahmen tatsächlich umsetzen, würde sich die Erde laut der UN-Berechnung bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2,6 Grad erwärmen. Das ist eine Verschlechterung gegenüber dem im Vorjahr festgestellten Kurs, als diese Prognose noch bei bis zu 2,5 Grad lag. Als Hauptgrund nennt der Bericht den Rückzug der USA, die sich von ihren bisherigen Klimaschutzplänen unter Präsident Donald Trump vollständig verabschiedet haben. Da die USA nach China der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen sind, spiegelten sich solche politischen Veränderungen direkt in den weltweiten Schätzungen wider, erklären die Autoren. Zudem seien Daten zum bisherigen Ausstoß von Treibhausgasen nach oben korrigiert worden.

Selbst im optimistischsten berechneten Szenario, in dem alle Länder ihre Klimapläne einhalten und ihre angestrebten Klimaneutralitätsziele erreichen, würde sich die Erde bis zum Jahr 2100 um 2,1 Grad erwärmen. Das liegt weit über den angestrebten 1,5 Grad. Dieses Ziel gilt zwar noch nicht offiziell als gerissen, da dafür die 1,5-Grad-Grenze langfristiger überschritten werden müsste. Doch die Welt befindet sich auf dem Weg dorthin: Der EU-Klimawandeldienst Copernicus sieht für die Jahre 2023 bis 2025 erstmals für einen Dreijahreszeitraum eine durchschnittliche Erwärmung von mehr als 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter.

Experten gehen mittlerweile überwiegend davon aus, dass das 1,5-Grad-Ziel nicht gehalten werden kann. Die letzte Hoffnung richtet sich daher darauf, das Überschreiten der Marke so kurz wie möglich zu halten und die klimaschädlichen Emissionen so weit zu verringern, dass die Temperatur wieder absinkt. «Eine Überschreitung bedeutet keine Kapitulation. Wir können sie immer noch so gering und so kurz wie möglich halten – und die Temperaturen bis zum Ende des Jahrhunderts wieder unter 1,5 Grad senken», betonte UN-Generalsekretär António Guterres anlässlich des Berichts.

Der Bericht zeigt die Dimension der Aufgabe: Die weltweiten Treibhausgasemissionen müssten deutlich sinken, um zum Ende des Jahrhunderts wieder bei 1,5 Grad oder darunter zu landen – um 18 Prozent bis 2030, um 45 Prozent bis 2035 und um 69 Prozent bis zum Jahr 2040, jeweils verglichen mit dem Niveau von 2025. Eine solch steile Abwärtskurve ist nicht absehbar: Selbst wenn die Länder all ihre geplanten Klimaschutzmaßnahmen umsetzen, würden die Emissionen laut UN-Berechnung bis 2030 nur um bis zu 8 Prozent sinken – und bis 2035 um bis zu 15 Prozent. Zudem müssten große Mengen CO2 der Atmosphäre entzogen werden. Dies gilt unter Klimaforschern mittlerweile als unverzichtbar, ist aber mit enormen technologischen Hürden verbunden und unverhältnismäßig teuer.

UNEP-Direktorin Andersen warnt mit Blick auf die verheerenden Folgen einer zu starken Erderwärmung dennoch: «Wir müssen alle Register ziehen, um den Höchstwert der Erwärmung so gering wie möglich zu halten und bis zum Ende des Jahrhunderts wieder auf 1,5 Grad zu kommen. Das ist möglich.» Es gebe mittlerweile etliche Erfolgsgeschichten, wie Emissionen schnell verringert werden könnten. Der Bericht verweist darauf, dass seit dem Pariser Klimaabkommen die erneuerbaren Energien etwa dreimal so schnell zugelegt hätten, wie damals erwartet. «Es liegt nun an den Staaten, dringend Maßnahmen zu ergreifen, die zu schnellen, tiefgreifenden und nachhaltigen Emissionssenkungen führen und die Welt auf den Weg zu einem stabileren Klima sowie stabileren Volkswirtschaften und Gesellschaften bringen», so Andersen.

Im November trifft sich die Weltgemeinschaft im türkischen Antalya, um bei der Weltklimakonferenz darüber zu beraten, wie die Krise in den Griff zu bekommen ist. Nicht mehr mit am Tisch: die USA, die unter Trump erneut aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen sind.

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