Elon Musk hat vor den US-Zwischenwahlen 2026 bislang rund 366 Millionen Dollar für den Wahlkampf der Republikaner ausgegeben. Das berichtet die «New York Times» unter Berufung auf offenlegungspflichtige Unterlagen. Damit ist der Unternehmer der mit Abstand größte Einzelspender der Midterms – und übertrifft seine Ausgaben aus dem Präsidentschaftswahlkampf 2024, als er mehr als 290 Millionen Dollar gezahlt haben soll.
Die Republikaner und Musk hatten sich nach einem öffentlichen Zerwürfnis wieder angenähert. Nach Trumps Wiederwahl 2024 war Musk mit der Regierung zerstritten, unter anderem wegen unterschiedlicher Auffassungen zur Epstein-Aufklärung und zu einem Gesetzespaket, das Musk als haushaltsschädlich kritisierte. Trump wiederum warf Musk vor, verärgert über die Streichung von Steuervergünstigungen für Elektroautos zu sein. Anfang Oktober zeichnete Trump den Unternehmer jedoch mit dem höchsten Wissenschaftsorden der USA aus und lobte ihn als «Thomas Edison der heutigen Zeit».
Anders als im Wahlkampf 2024 tritt Musk diesmal nicht bei Veranstaltungen der Republikaner auf. Stattdessen konzentriert er sich auf finanzielle Unterstützung. Über Super PACs – Organisationen, die unabhängig von den offiziellen Kampagnen Wahlwerbung finanzieren – flossen bislang 158 Millionen Dollar an den Senate Leadership Fund, der für republikanische Senatskandidaten wirbt. Weitere 20 Millionen Dollar gingen an den Congressional Leader Fund für das Repräsentantenhaus. Zudem zahlte Musk 76 Millionen Dollar in den von ihm selbst gegründeten America PAC. Laut «New York Times» soll er zusätzlich einen siebenstelligen Betrag an Organisationen gespendet haben, bei denen keine Offenlegungspflicht besteht.
Das US-Wahlkampfsystem erlaubt solche Summen: Zwar sind direkte Spenden an Kandidaten begrenzt, doch für unabhängige Wahlwerbung gibt es keine Obergrenze, solange sie nicht mit der Kampagne des Politikers abgestimmt ist. Super PACs können daher auch Gelder von Unternehmen und Gewerkschaften einsammeln. Musk nutzt diesen Mechanismus gezielt, um Einfluss auf die Mehrheitsverhältnisse in Washington zu nehmen.
Ein Sprecher des America PAC, Andrew Romeo, begründete die Strategie gegenüber der «New York Times» mit der Warnung vor einem Wahlsieg der Demokraten. Sollten diese die Kontrolle über Washington erlangen und im November wichtige Gouverneurs- und Justizministerwahlen gewinnen, riskiere Amerika, «ein sozialistisches, politisch progressives und grenzenloses Land» zu werden. Mit den Geldern habe die Partei eine Möglichkeit, der Entwicklung entgegenzuwirken.
Für Musk steht bei den Midterms auch wirtschaftlich viel auf dem Spiel. Eine Niederlage der Republikaner könnte seine Projekte gefährden – von Tesla über SpaceX bis zu staatlichen Aufträgen. Bereits im Wahlkampf 2024 hatte Musk Trump unterstützt und im Gegenzug weitreichende Kompetenzen für den Bürokratieabbau erhalten. Die von ihm gegründete Organisation Doge entließ Hunderttausende Beamte, verfehlte ihre Einsparziele jedoch deutlich. Viele Angaben zu angeblichen Einsparungen erwiesen sich laut Recherchen als falsch. Nun setzt Musk offenbar ganz auf finanzielle Unterstützung, um den Einfluss der Republikaner zu sichern.