Der Verzicht auf das Smartphone fällt Jugendlichen schwer – und das nicht nur wegen der fehlenden Apps und Chats. In einem Selbstversuch über vier Wochen berichten junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass vor allem das Tastenhandy für Frust sorgt. «Was mich richtig nervt, ist dieses scheiß Tastenhandy», sagt eine der Beteiligten. Die schlichte Technik macht deutlich, wie selbstverständlich die ständige Erreichbarkeit und die vielen Funktionen des Smartphones geworden sind.
Zugleich hat der Verzicht auch gute Seiten. Die Teilnehmenden beschreiben, dass der Alltag ohne Smartphone an manchen Stellen ruhiger und bewusster abläuft. Statt ständig auf den Bildschirm zu schauen, bleibt mehr Zeit für andere Dinge. Der Selbstversuch macht damit sichtbar, wie stark die Geräte den Tagesablauf prägen – und wie schwer es ist, sich dieser Gewohnheit zu entziehen.
Der Versuch zeigt aber auch, wie sehr Eltern und Schule beim Umgang mit Smartphones gefordert sind. Die Regeln für die Nutzung sind oft unklar, und zwischen Elternhaus und Unterricht fehlt es an einer gemeinsamen Linie. Jugendliche bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen elterlichen Vorgaben, schulischen Regelungen und dem eigenen Bedürfnis nach Austausch mit Gleichaltrigen. Der Selbstversuch macht diese Spannungen sichtbar, ohne einfache Lösungen anzubieten.
Die Videoserie «Vier Wochen ohne Smartphone» begleitet die Teilnehmenden über den gesamten Zeitraum. In der fünften Folge steht die Frage im Mittelpunkt, wie der Alltag ohne das gewohnte Gerät funktioniert und wo die Grenzen des Verzichts liegen. Die Folge macht deutlich, dass es nicht nur um die Technik selbst geht, sondern um die Frage, wie viel digitale Präsenz zum Alltag von Jugendlichen gehört und wie viel davon sinnvoll ist.
Der Selbstversuch reiht sich in eine breitere Debatte über Mediennutzung und die Verantwortung von Erwachsenen ein. Eltern und Lehrkräfte stehen vor der Aufgabe, Jugendliche beim Umgang mit digitalen Geräten zu begleiten, ohne ihnen die Technik pauschal zu verbieten. Der Versuch zeigt, dass es dabei nicht nur um Verbote geht, sondern um die Frage, wie ein bewusster Umgang mit dem Smartphone aussehen kann – und wie viel Unterstützung Jugendliche dabei brauchen.