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Kfz-Versicherung wird im Schnitt nur noch leicht teurer

Nach drei Jahren kräftiger Preissprünge sinken die Tarife bei Autoversicherungen wieder leicht. Der Vergleichsportal Verivox meldet für den Wechselherbst einen moderaten Anstieg von zwei Prozent im Gesamtdurchschnitt.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Nach drei Jahren mit teils drastischen Preiserhöhungen zeichnet sich bei der Kfz-Versicherung eine Trendwende ab. Zu Beginn der alljährlichen Wechselsaison kosten Autoversicherungen im Mittel der drei Versicherungsarten Haftpflicht sowie Voll- und Teilkasko rund zwei Prozent mehr als vor einem Jahr. Das teilte das Vermittlungsportal Verivox mit. Der Anstieg fällt damit vergleichsweise moderat aus und liegt unter der allgemeinen Inflationsrate.

Im günstigen Preissegment sind die Tarife laut Verivox sogar um knapp zwei Prozent im Schnitt gesunken. Im mittleren Segment kosten Haftpflichtpolicen in diesem Jahr im Schnitt 3,1 Prozent mehr, während günstigere Anbieter hier 1,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen. Die Teilkasko ist im mittleren Preissegment um 0,4 Prozent teurer, im günstigen Segment um ein Prozent günstiger. Bei der Vollkasko, die auch selbst verschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug abdeckt, fällt die Entwicklung deutlicher auseinander: Im mittleren Segment steigt sie um 1,6 Prozent, im günstigen sinkt sie um 2,3 Prozent.

Die Zahlen zeigen, dass Autofahrer beim Wechsel des Versicherers wieder bessere Chancen haben, einen günstigeren Tarif zu finden. In den vergangenen drei Jahren war dies kaum möglich. Im Rekordjahr 2024 stiegen die Preise für Neuverträge durchschnittlich um knapp 25 Prozent. Wer in diesem Herbst wechselt, findet damit eine deutlich entspanntere Lage vor. Alljährlich im November und Dezember wechseln Millionen Autobesitzer in Deutschland ihre Kfz-Versicherung. Die übliche Kündigungsfrist für zum Jahresende terminierte Verträge endet am 30. November. Erhöht der bisherige Versicherer den Beitrag, ohne seine Leistungen zu ändern, gilt über diesen Stichtag hinaus ein Sonderkündigungsrecht.

Verivox-Geschäftsführer Aljoscha Ziller warnte jedoch vor voreiligen Schlüssen. «Von einer dauerhaften Preiswende kann aber noch keine Rede sein», sagte er. «Ersatzteile und Reparaturen verteuern sich weiter und bleiben ein Kostentreiber.» Der Versicherungsindex wird von Verivox gemeinsam mit dem Statistik-Experten Wolfgang Bischof von der Technischen Hochschule Augsburg berechnet. Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf den Abschluss neuer Policen, nicht auf Bestandsverträge, die ebenfalls teurer werden.

Die deutlichen Preissprünge der vergangenen Jahre hatten ihre Ursache laut den Berechnungen nicht in Gewinnstreben der Versicherer, sondern im starken Anstieg der Ersatzteil- und Reparaturkosten in den Werkstätten. Kfz-Policen kosten heute im Schnitt über 50 Prozent mehr als 2022. Nach Berechnungen des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind die Ersatzteilpreise seit 2016 um 80 Prozent gestiegen, im jährlichen Schnitt knapp sechs Prozent und damit weit über der allgemeinen Inflationsrate. Etliche Autohersteller setzen seit Jahren bei Ersatzteilen kräftig an.

Ein weiterer Kostenfaktor sind kleinere Unfälle beim Ein- und Ausparken. Die meisten Schäden an Autos entstehen laut den Angaben nicht bei schweren Unfällen, sondern bei sogenannten Parkremplern. Dabei werden meist von außen sichtbare Teile wie Kotflügel, Türen, Scheinwerfer oder Blinker beschädigt. Diese Teile sind designgeschützt und dürfen nicht von Drittherstellern kopiert und günstiger angeboten werden, anders als etwa Autobatterien oder Zündkerzen.

Die Branche hatte zwischenzeitlich unter Verlusten gelitten. In diesem und im vergangenen Jahr kam den Versicherern jedoch zugute, dass schwere Unwetter und andere Naturkatastrophen in Deutschland weitgehend ausblieben. Ob die Entspannung bei den Tarifen anhält, hängt damit wesentlich davon ab, wie sich die Reparaturkosten in den kommenden Monaten entwickeln.