Norwegen hat Abschied von König Harald V. genommen. Am Mittwoch versammelten sich Zehntausende Menschen in den Straßen von Oslo, um dem verstorbenen Monarchen die letzte Ehre zu erweisen. Der Trauerzug durch die Hauptstadt wurde von einer großen Anteilnahme der Bevölkerung begleitet. Harald V. galt als eine der beliebtesten Persönlichkeiten des Landes und wurde von den Norwegern liebevoll «Großvater der Nation» genannt.
Der König war über Jahrzehnte hinweg eine prägende Figur des öffentlichen Lebens in Norwegen. Seine Volksnähe und sein Engagement für soziale Anliegen trugen ihm große Sympathien über alle gesellschaftlichen Schichten hinweg ein. Auch international genoss er hohes Ansehen. Zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie Vertreter europäischer Königshäuser reisten zur Trauerfeier an, um ihre Verbundenheit mit dem norwegischen Königshaus zum Ausdruck zu bringen.
Die Trauerfeierlichkeiten folgten einem traditionellen Zeremoniell, das die enge Verbindung zwischen der norwegischen Monarchie und der Bevölkerung widerspiegelte. Der Sarg wurde von Mitgliedern der königlichen Familie und Vertretern des Militärs begleitet. Die Straßen Oslos waren von Trauernden gesäumt, die Blumen niederlegten und dem Verstorbenen still gedachten. Viele hatten stundenlang gewartet, um einen letzten Blick auf den Trauerzug zu erhaschen.
Königin Sonja und Kronprinz Haakon sowie weitere Mitglieder der Königsfamilie nahmen an den Zeremonien teil. Auch Königin Mette-Marit war anwesend. Nach Angaben von Schmuckexperten wählte die Königsfamilie für diesen Anlass Perlen als Zeichen der königlichen Trauer. Dieser Brauch unterstreicht die tiefe Verbundenheit der Familie mit den Traditionen des Hauses.
Harald V. bestieg 1991 den Thron und führte Norwegen durch mehr als drei Jahrzehnte des Wandels. In seiner Amtszeit wandelte sich das Land wirtschaftlich und gesellschaftlich stark. Der König verstand es, die Monarchie in einer modernen Demokratie zu verankern und ihr Ansehen zu bewahren. Sein Tod markiert das Ende einer Ära für das norwegische Königshaus.
Die Anteilnahme in der Bevölkerung ist groß. Viele Norweger sehen in Harald V. nicht nur ein Staatsoberhaupt, sondern einen Teil ihrer nationalen Identität. Die Bilder der überfüllten Straßen von Oslo zeigen, wie tief die Verbundenheit mit dem Monarchen in der Gesellschaft verwurzelt ist. Der Verlust wird weit über die Grenzen Norwegens hinaus betrauert.
Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt. Zuvor hatten die Norweger die Möglichkeit, sich in Kondolenzbüchern einzutragen und Blumen an öffentlichen Gedenkorten niederzulegen. Die Regierung rief zu einem würdevollen Abschied auf. Für die kommenden Tage sind weitere Gedenkveranstaltungen geplant, bei denen das Leben und Wirken des Königs gewürdigt werden sollen.
Mit dem Tod von Harald V. endet eine lange Regentschaft, die Norwegen in ruhigen und bewegten Zeiten geprägt hat. Sein Vermächtnis als volksnaher Monarch und «Großvater der Nation» wird in der Erinnerung der Norweger fortleben. Die Trauerfeierlichkeiten in Oslo sind ein sichtbares Zeichen des Respekts und der Zuneigung, die ihm das Land entgegenbringt.