Im Regionalen Gesundheitszentrum Norden in Ostfriesland sind mehrere Krätzefälle aufgetreten. Der Landkreis Aurich hat daraufhin Maßnahmen angeordnet, um eine weitere Ausbreitung der Hauterkrankung zu stoppen. Eine Sprecherin des Landkreises bestätigte den Ausbruch, der zunächst durch die Nordwest-Zeitung öffentlich geworden war.
Auslöser war nach den bisherigen Angaben ein aufgenommener Patient, bei dem Krätze bereits bekannt war. In der Folge zeigten mehrere Personen unklare Hautausschläge, die zunächst nicht eindeutig zugeordnet werden konnten. Erst nach einer dermatologischen Untersuchung wurden bislang vier Fälle bestätigt. Weitere Untersuchungen durch Hautärztinnen und Hautärzte sind veranlasst, um die übrigen Verdachtsfälle zu klären.
Die Nordwest-Zeitung berichtet von mehr als zehn betroffenen Personen. Unter ihnen befinden sich nach diesen Angaben mehrere Beschäftigte des Gesundheitszentrums. Ob die Gesamtzahl von über zehn Personen bestätigt ist, bleibt bislang offen. Ebenso unklar ist, wie viele der verbleibenden Verdachtsfälle sich noch als positiv erweisen werden. Die Zahlen sind somit vorläufig und können sich im Verlauf der Untersuchungen noch verändern.
Das Gesundheitszentrum ist in einem ehemaligen Krankenhaus in Norden untergebracht. Der Landkreis hat Maßnahmen verfügt, die sowohl die Behandlung der Erkrankten als auch Hygiene- und Schutzvorkehrungen umfassen. Zum Schutz des Personals sollen langärmlige Kittel und Handschuhe getragen werden. Ziel ist es, den direkten Hautkontakt zwischen Betroffenen und anderen Personen zu unterbrechen, da die Übertragung hauptsächlich auf diesem Weg erfolgt.
Krätze wird durch Milben verursacht und gilt als ansteckend. Die Übertragung erfolgt vor allem durch längeren direkten Hautkontakt. Typisch sind starker Juckreiz, der nachts häufig stärker wird, sowie Hautveränderungen an den Fingerzwischenräumen, an den Handgelenken, in den Achseln, in der Leistengegend und an den Knöcheln. Wer solche Symptome bei sich bemerkt, sollte ärztlichen Rat einholen, auch wenn noch kein Kontakt zu bekannten Fällen bestanden hat. Die Erkrankung ist mit Cremes oder Tabletten gut behandelbar, sodass die Betroffenen bei rechtzeitiger Therapie in der Regel rasch Linderung erfahren.