Lobbyverbände der Hotel- und Reisebranche in den Vereinigten Staaten haben einen bundesweiten Steueranreiz von 20 Prozent für Film- und Fernsehproduktionen ausdrücklich begrüßt. Ihr Argument: Dreharbeiten im Inland locken Touristinnen und Touristen aus dem Ausland an und stützen damit die Wirtschaft vor Ort.
Zu den Befürwortern gehören die American Hotel & Lodging Association sowie die U.S. Travel Association. Beide Organisationen haben sich einer Allianz von Akteuren der Filmindustrie angeschlossen, die gemeinsam für das Gesetzesvorhaben werben. Die Verbände verweisen darauf, dass Produktionen Hotelübernachtungen, Gastronomie und lokale Dienstleister in Anspruch nehmen und so auch außerhalb der Filmbranche Umsätze generieren.
Der Vorstoß zielt darauf ab, Produktionen, die sonst ins Ausland abwandern könnten, im Land zu halten. Nach Darstellung der Befürworter lassen sich Filmarbeiten, die in den Vereinigten Staaten stattfinden, zugleich als Werbung für die jeweiligen Regionen verstehen. Wer eine Serie oder einen Film an einem bestimmten Schauplatz verfolgt, kann dort später als Reisender auftauchen. Diesen Effekt beschreiben die Verbände als eine Form von indirekter Tourismusförderung, die über die eigentlichen Drehtage hinausreicht.
Die Branche sieht in dem Anreiz zudem eine Möglichkeit, Arbeitsplätze in der Film- und Medienwirtschaft zu sichern. Dazu zählen Beschäftigte am Set ebenso wie Zulieferer, Unterkünfte und Transportdienstleister in den Drehregionen. Die Befürworter betonen, dass sich Standortentscheidungen von Produktionsfirmen maßgeblich an steuerlichen Rahmenbedingungen orientieren, weshalb ein konkurrenzfähiges Angebot im Inland entscheidend sei.
Die Initiative wird damit als wirtschaftspolitische Frage verhandelt, bei der sich Film- und Tourismusbranche gemeinsam positionieren. Ob und in welcher Form der Anreiz im Gesetzgebungsverfahren umgesetzt wird, ist aus dem vorliegenden Material nicht ersichtlich. Klar ist lediglich, dass die Hotel- und Reiseverbände den Vorschlag als Hebel für Besucherströme aus dem Ausland sehen.