CD Projekt Red hat seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt – und die können sich sehen lassen. Zwischen Januar und Juli erwirtschaftete das polnische Studio einen Umsatz von 435 Millionen Zloty, umgerechnet rund 116 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn legte sogar um 37 Prozent auf 249 Millionen Zloty (etwa 67 Millionen US-Dollar) zu. Die Nettoumsatzrendite des Unternehmens lag damit bei beachtlichen 57 Prozent.
Als Treiber der starken Entwicklung nennt das Management in seinem Bericht vor allem die anhaltend guten Verkaufszahlen der Reihen The Witcher und Cyberpunk. Zudem gewinnt das Lizenzgeschäft für das Studio zunehmend an Bedeutung. Konkret verwies CD Projekt auf Lizenzvereinbarungen rund um Cyberpunk 2077, die in diesem Jahr unter anderem mit den Spielen Wuthering Waves und Apex Legends geschlossen wurden. Auch der Erfolg des Cyberpunk-Sammelkartenspiels auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter wurde positiv hervorgehoben.
Die Einnahmen dürften in den kommenden Jahren weiter wachsen, denn das Studio hat eine Reihe großer Veröffentlichungen angekündigt. Bereits in diesem Jahr erscheint eine Remastered-Version von The Witcher 3. Bestehende Besitzer des Originals erhalten das Upgrade kostenlos, und auch die alten Spielstände sollen weiterhin funktionieren. Für 2027 ist mit „Songs of the Past“ eine neue Erweiterung für The Witcher 3 geplant, die vom Entwicklungsstudio Fool’s Theory mitentwickelt wird. Das mit Spannung erwartete The Witcher 4 soll dann 2028 erscheinen.
Parallel arbeitet CD Projekt Red an weiteren Projekten. Wie das Unternehmen auf einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen mitteilte, stockt es derzeit die Belegschaft für das bisher nicht offiziell angekündigte Projekt „Hadar“ auf. Das Team umfasst aktuell mehr als 30 Personen und soll bis Ende des Jahres auf bis zu 50 Entwickler anwachsen. „Hadar“ befindet sich laut Karolina Gnas, Vizepräsidentin für Investorenbeziehungen, noch in der Konzeptphase. Das Team teste derzeit verschiedene Ansätze und Ideen und erstelle Prototypen für Gameplay-Elemente.
Derzeit pausiert hingegen die Arbeit am Remake des ersten The-Witcher-Teils. Das bestätigte das Studio auf Nachfrage. Grund dafür ist, dass das Remake auf der technischen Grundlage von The Witcher 4 aufbauen soll. Die Entwickler müssen daher warten, bis die Arbeit an The Witcher 4 weit genug fortgeschritten ist, um die benötigten Assets, Werkzeuge und Pipelines für das Remake nutzen zu können. Fool’s Theory, das für das Remake vorgesehen ist, konzentriert sich eigenen Angaben zufolge derzeit hauptsächlich auf die Entwicklung der Erweiterung „Songs of the Past“ und unterstützt mit einem kleinen Teil des Teams die Arbeit an The Witcher 4.
Das Remake des ersten Witcher-Teils war ursprünglich 2022 angekündigt worden. Es soll als Open-World-Spiel umgesetzt werden und Teile des Originals, die als veraltet gelten, überarbeiten oder ersetzen. Angesichts der aktuellen Prioritäten rechnen Beobachter nicht vor 2028 mit einer Veröffentlichung. Neben The Witcher 4, der Erweiterung und dem Remake arbeitet CD Projekt Red außerdem an einer Fortsetzung von Cyberpunk 2077.