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Geese trotzen dem Regen beim Reading Festival 2026

Die Brooklyn-Band Geese hat beim Reading Festival 2026 einen Auftritt hingelegt, der von einem sintflutartigen Regen begleitet wurde. Frontmann Cameron Winter präsentierte die Songs des Albums «Getting Killed» in einem Zelt, das zur Bühne für eine apokalyptisch anmutende Show wurde.

Die Brooklyn-Band Geese hat beim Reading Festival 2026 einen Auftritt hingelegt, der trotz eines sintflutartigen Regens zu einem der denkwürdigsten Momente des Wochenendes wurde. Frontmann Cameron Winter, der für den Auftritt einen schwarzen Regenmantel statt seines üblichen weißen Unterhemds trug, eröffnete den Auftritt im Gallery Tent mit einer Warnung an das Publikum: «Trinkt nicht das Zeltwasser, das ist nicht gut für euch.»

Der 24-Jährige führte die Band durch ein Set, das stark von ihrem 2025 erschienenen Album «Getting Killed» geprägt war. Das Album ist gespickt mit religiösen Referenzen, und auch live zeigte sich diese Faszination: Bilder von Kreuzen, Schlangen und apokalyptischen Reitern flossen in einem strömenden Bewusstseinsstrom über die Leinwände, während Winter Texte über das «Knien auf der Turnpike» und einen «Engel in meiner Kehle» performte. Die Zuschauer im Zelt reagierten begeistert auf die düstere Inszenierung, die an einen Wanderprediger erinnerte, der von ewiger Verdammnis erzählt.

Vor dem Auftritt stimmte ein Video-Montage mit sportlichen Höhepunkten und einem Sketch des britischen Duos Mitchell und Webb das Publikum ein. Die Band selbst eröffnete ihr Programm mit dem bedrohlich schleppenden «Husbands», bei dem Winter zunächst unverständlich vor sich hin murmelte, bevor der Song in eine ausgedehnte, wunderschöne Coda überging und abrupt endete. Der Sänger zeigte sich in spielfreudiger Laune und trug die surrealen Horrorfilm-Texte von «Trinidad» – in denen es um tote Töchter, eine Frau im Schuppen und Ehemänner geht, die entweder verbrannt oder zu Brot verarbeitet werden – mit einem Augenzwinkern vor, als würde er die Zeilen selbst zum ersten Mal hören.

Höhepunkte des Sets waren ein nicht zu transkribierender Kriegsschrei in der Mitte von «100 Horses» sowie der explosive Ausbruch «THERE'S A BOMB IN MY CAR!» in «Trinidad», bei dem Gitarristin Emily Green ein schroffes Riff improvisierte. Die Band klang insgesamt gefestigter und eingespielter als bei ihrem letzten UK-Auftritt im März in der Eventim Apollo in London, auch wenn dieser Auftritt als etwas weniger zündend galt. Das Publikum im Kreisgruben feierte die Band jedoch abgöttisch – wer hier war, war ohnehin schon überzeugt.

Geese spielten unter anderem «Husbands», «Getting Killed», «Crusade», «100 Horses», «Half Real», «2122», «Cobra», «Bow Down», «Au Pays du Cocaine», «Taxes» und «Trinidad». Der Auftritt bestätigte einmal mehr, dass die Band aus Brooklyn zu den spannendsten Live-Acts ihrer Generation gehört – auch wenn das Wetter diesmal nicht mitspielte.

Same event, other desks

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