Bei der Explosion eines Autos in Sankt Petersburg ist offenbar ein russischer Offizier getötet worden. Wie die russische Online-Zeitung „Fontanka“ berichtet, handelt es sich bei dem Todesopfer um einen Oberstleutnant. Seine Ehefrau, die sich ebenfalls in dem Fahrzeug befand, wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht.
Das russische Ermittlungskomitee teilte mit, es habe nach dem Brand eines Autos ein Strafverfahren eingeleitet. Die Behörde bestätigte den Tod einer Person und die Verletzung einer weiteren, machte jedoch keine Angaben dazu, ob es sich bei dem Todesopfer um einen Soldaten handelte. Eine Stellungnahme aus der Ukraine lag zunächst nicht vor.
Russland macht die Ukraine für eine Reihe von Anschlägen auf hochrangige Militärs und Personen verantwortlich, die mit dem russischen Angriffskrieg gegen das Nachbarland in Verbindung stehen. Ukrainische Stellen haben sich in einigen Fällen zu solchen Aktionen bekannt, in anderen eine Beteiligung bestritten.
Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen im Ukraine-Krieg. Erst am Vortag hatte die Ukraine nach eigenen Angaben die viertgrößte russische Ölraffinerie angegriffen. Die Lukoil-Nischegorodorgsintez-Raffinerie, auch bekannt als NORSI, in Kstowo in der Region Nischni Nowgorod stellte daraufhin erneut die Verarbeitung von Rohöl ein. Der ukrainische Generalstab erklärte, der Angriff habe das Ziel getroffen und ein Feuer auf dem Gelände der Anlage ausgelöst. Das Ausmaß der Schäden werde derzeit noch ermittelt.
In der Nacht zuvor waren in Kiew mehrere Explosionen zu hören. Der „Kyiv Independent“ berichtete von mindestens sechs Detonationen innerhalb einer Minute. Auch in den südlichen Städten Odessa und Saporischschja wurden Explosionen gemeldet. Bei dem Angriff auf Saporischschja wurden mindestens drei Menschen verletzt, wie Gouverneur Iwan Fedorow auf Telegram mitteilte.
Zuvor hatte es einen Drohnenangriff auf einen Kleinbus im russisch besetzten Teil des ostukrainischen Gebietes Luhansk gegeben. Nach Angaben der Besatzungsbehörden wurden dabei mindestens neun Menschen getötet und sechs weitere verletzt. Der Bus war mit 15 Passagieren auf der Route von Lyssytschansk nach Kadijiwka unterwegs, rund 50 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Kiew weist regelmäßig Anschuldigungen von Angriffen auf Zivilisten zurück.
Unterdessen berichteten das „Wall Street Journal“ und das Magazin „Politico“ unter Berufung auf nicht genannte Quellen, dass CIA-Direktor John Ratcliffe Russland bei seinem Besuch in Moskau vor einem Angriff auf Nato-Verbündete gewarnt habe. Der CIA-Chef habe vor allem mit Blick auf die östlichen Nato-Partner im Baltikum vor einer Eskalation gewarnt und den Kreml gedrängt, seine militärische und finanzielle Unterstützung für den Iran herunterzufahren. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte, dass Ratcliffe für Gespräche „zwischen den Geheimdiensten“ nach Moskau gekommen war, betonte jedoch, dass es kein Treffen mit Präsident Wladimir Putin gegeben habe.