Der Entertainer Hape Kerkeling sieht sich seit Tagen einer massiven Welle von Hasskommentaren ausgesetzt. Auslöser ist eine Äußerung über das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald, die er im Thüringer Landtag gemacht hatte. Zahlreiche Prominente aus Fernsehen, Musik und Kultur haben sich nun öffentlich hinter Kerkeling gestellt und ihre Solidarität bekundet.
Die Debatte hatte sich an einem Satz Kerkelings entzündet, den die AfD als «skandalös» bezeichnete. In dem Landtag, in dem die Partei stark vertreten ist, hatte Kerkeling offenbar auf die Geschichte des Ortes Buchenwald Bezug genommen. Die genauen Umstände und der Wortlaut seiner Aussage sind Gegenstand unterschiedlicher Darstellungen. Klar ist: Der Auftritt löste eine politische Kontroverse aus, die weit über Thüringen hinausreicht.
In den sozialen Netzwerken formierte sich daraufhin eine Welle von Anfeindungen gegen den Moderator und Autor. Mehrere Fernsehstars reagierten mit deutlichen Worten. Ein bekannter TV-Star schrieb, er schäme sich – ein Satz, der in den vergangenen Tagen vielfach geteilt wurde. Andere Prominente veröffentlichten ähnliche Botschaften und stellten sich demonstrativ an Kerkelings Seite.
Die AfD hingegen nutzt die Auseinandersetzung, um ein Verbotsverfahren gegen die Partei ins Gespräch zu bringen. Aus Kreisen der Partei heißt es, man habe «keine Frage an Herrn Kerkeling». In Thüringen, wo die AfD besonders stark ist, wird die Diskussion auch als Testfall für den Umgang mit NS-Gedenkstätten und politischer Rhetorik gewertet. Der Landtag von Thüringen ist einer der Orte, an denen die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit immer wieder politisch aufgeladen wird.
Kerkeling selbst hat sich bislang nicht ausführlich zu den Angriffen geäußert. Sein Umfeld spricht von einer belastenden Situation, zumal der Entertainer seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Fernsehens zählt. Seine Karriere begann in den 1980er-Jahren, unter anderem mit der Kunstfigur Horst Schlämmer. Später wurde er auch als Buchautor erfolgreich.
Die Solidaritätsbekundungen aus der Unterhaltungsbranche sind ungewöhnlich deutlich. Sie zeigen, wie sehr die Debatte um Kerkeling inzwischen über den konkreten Anlass hinausgeht. Es geht um die Frage, wie weit Meinungsäußerungen in politischen Gremien gehen dürfen und wie Parteien auf unliebsame Aussagen reagieren. Für junge Zuschauerinnen und Zuschauer ist der Fall auch deshalb relevant, weil er zeigt, wie schnell eine einzelne Äußerung zu einer bundesweiten Kontroverse werden kann.
Ob Kerkeling sich weiter öffentlich äußern wird, ist offen. Die Diskussion dürfte jedoch noch einige Zeit anhalten – nicht zuletzt, weil die AfD das Thema für sich nutzt und die Gedenkstätte Buchenwald als historischer Ort immer wieder im Zentrum politischer Debatten steht.