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CD Projekt in «wirklich gefährlicher Lage», sagt Anthem-Produzent Darrah

Der ehemalige Bioware-Produzent Mark Darrah warnt, die Triple-A-Industrie sei über-spezialisiert und hyper-fragil. Die Kosten für Spiele in der Größenordnung von Cyberpunk 2077 und The Witcher seien kaum noch zu stemmen.

Mark Darrah, ehemaliger Executive Producer bei Bioware, hat die Lage von CD Projekt als «wirklich gefährlichen Ort» bezeichnet. In einem Interview in der Summer Eternal Anthology sagte er, die Triple-A-Industrie sei «über-spezialisiert, spezialisiert bis zur Hyper-Fragilität». Darrah hat in seiner Karriere an Spielen wie Baldur's Gate, Neverwinter Nights, Jade Empire, Dragon Age und Anthem gearbeitet und kennt die wachsenden Produktionsmaßstäbe aus erster Hand.

Seine Warnung gewinnt an Schärfe, wenn man sie vor dem Hintergrund aktueller Branchenentwicklungen liest. Spiele wie Cyberpunk 2077 oder die The-Witcher-Reihe verschlingen Budgets, die mit denen von Hollywood-Blockbustern konkurrieren. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Spieler an Umfang, Grafik und Qualität. Für Studios bedeutet das ein enormes finanzielles Risiko: Ein einziger Fehlschlag kann die Existenz bedrohen.

Darrahs Aussage ist keine Einzelmeinung. Seit Jahren warnen Entwickler vor einer Kostenexplosion, die mit den Verkaufspreisen nicht Schritt hält. Während die Produktionskosten für Triple-A-Titel immer weiter steigen, sind die Preise für Spiele seit Jahren relativ stabil. Viele Studios setzen deshalb auf zusätzliche Einnahmequellen wie Mikrotransaktionen, Season Pässe oder Abo-Modelle. CD Projekt hat sich jedoch lange gegen solche Modelle positioniert und setzt auf klassische Vollpreis-Spiele mit umfangreichen Erweiterungen.

Die polnische Firma befindet sich derzeit in einer Umbruchphase. Nach dem holprigen Start von Cyberpunk 2077 im Jahr 2020 und der anschließenden technischen Überarbeitung arbeitet das Studio an mehreren neuen Projekten, darunter ein Nachfolger von Cyberpunk 2077 und ein neues The-Witcher-Spiel. Gleichzeitig hat CD Projekt mit personellen Veränderungen zu kämpfen: Mehrere erfahrene Entwickler haben das Unternehmen verlassen. Die Kosten für diese Großprojekte dürften die finanziellen Reserven des Studios erheblich belasten.

Darrahs Begriff der «Hyper-Fragilität» beschreibt einen Zustand, in dem selbst große, erfolgreiche Studios anfällig für kleinere Erschütterungen werden. Ein verschobener Release, ein unerwarteter Qualitätsmangel oder ein verändertes Marktumfeld können ausreichen, um einen jahrelangen Entwicklungsprozess zu entwerten. Die Abhängigkeit von wenigen, extrem teuren Projekten macht die Branche verletzlich.

Für junge Spielerinnen und Spieler bedeutet das, dass die Spiele, die sie lieben, unter einem wachsenden wirtschaftlichen Druck entstehen. Die Frage, ob sich aufwendige Singleplayer-Welten langfristig noch finanzieren lassen, wird die Branche in den kommenden Jahren beschäftigen. CD Projekt gilt dabei als einer der letzten großen Vertreter dieser Art von Spielen. Sollte das Modell scheitern, hätte das Folgen für die gesamte Landschaft der Videospiele.

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