Bei den US-Zwischenwahlen am 3. November 2026 steht die Macht im Kongress auf dem Spiel. Aktuellen Umfragen zufolge könnten die Demokraten den Republikanern sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat die Mehrheit abnehmen. Für US-Präsident Donald Trump hätte ein solcher Machtwechsel weitreichende Konsequenzen: Seine politischen Vorhaben ließen sich deutlich schwieriger umsetzen.
Die Midterms finden alle zwei Jahre statt, stets zur Halbzeit einer Präsidentschaft. Sie gelten als wichtiger Stimmungstest für die Politik des Präsidenten und seiner Regierung. Bei den Zwischenwahlen wird das gesamte Repräsentantenhaus mit seinen 435 Abgeordneten neu gewählt. Im Senat stehen in diesem Jahr 35 der 100 Sitze zur Wahl – 22 davon halten derzeit die Republikaner, 13 die Demokraten. 33 Sitze werden regulär vergeben, hinzu kommen Sonderwahlen in Florida und Ohio, weil die Senatoren JD Vance und Marco Rubio nach Trumps Amtsantritt in die Regierung gewechselt sind.
Die Ausgangslage ist denkbar knapp. Im Repräsentantenhaus verfügen die Republikaner derzeit über 219 Sitze, die Demokraten über 214; zwei Sitze sind nach Rücktritten unbesetzt. Im Senat liegt die Mehrheit der Republikaner bei 53 zu 47. Laut Umfragen könnten mehrere Senatssitze an die jeweils andere Partei gehen. In Texas werden dem Demokraten James Talarico Chancen gegen den Republikaner und Trump-Loyalisten Ken Paxton eingeräumt. Auch andere republikanische Hochburgen wie Alaska, Iowa, Kansas, Maine, Michigan, Nebraska, New Hampshire, North Carolina und Ohio stehen im Fokus.
Neben dem Kongress entscheiden die Wählerinnen und Wähler über 36 Gouverneursposten. Besondere Aufmerksamkeit gilt Kalifornien, Michigan, Minnesota und Florida. Dort treten die Demokraten Gavin Newsom, Gretchen Whitmer und Tim Walz nicht mehr an, ebenso wie der republikanische Gouverneur Ron DeSantis in Florida. In den demokratisch geprägten Staaten rechnen sich die Republikaner Chancen aus, während sie in Florida um einen vermeintlich sicheren Erfolg bangen müssen. Auch auf kommunaler Ebene wird gewählt: In Los Angeles treten die beiden Demokratinnen Karen Bass und Nithya Raman gegeneinander an, nachdem der Republikaner Spencer Pratt in der Vorwahl gescheitert ist.
Viele Experten erwarten, dass sich der andauernde Iran-Krieg und die hohen Lebensmittel- und Benzinpreise auf die Ergebnisse der Midterms auswirken werden. Eine repräsentative Umfrage des Nachrichtenportals «Politico» zeigt jedoch, dass ein Großteil der befragten US-Amerikaner davon überzeugt ist, ihre Wahlentscheidung werde sich kaum ändern – selbst wenn es spürbare Verbesserungen bei den Preisen und ein Ende des Iran-Kriegs geben sollte. Auch das Versprechen der Regierung, jedem US-Bürger 5.000 Dollar zu zahlen, scheint daran wenig zu ändern.