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«Practical Magic 2»: Verspätete Fortsetzung beschwört den Kult der Owens-Frauen

28 Jahre nach dem Original kommt die Fortsetzung des Hexen-Kultfilms in die Kinos. Sandra Bullock und Nicole Kidman kehren zurück, doch die Kritik bemängelt die überlange Laufzeit.

Mit 28 Jahren Verspätung bekommt der Hexen-Kultfilm «Practical Magic» eine Fortsetzung. Sandra Bullock und Nicole Kidman schlüpfen erneut in die Rollen der Schwestern Sally und Gilly Owens, die damals versehentlich einen gewalttätigen Freund töteten und wieder zum Leben erweckten. Regie führt nun Susanne Bier, bekannt durch «Bird Box», die das stimmungsvolle Licht des Originals von Griffin Dunne aufgreift.

Die Handlung setzt Jahre später ein: Sally lebt weiterhin mit ihren Tanten in einem prachtvollen Haus in Massachusetts. Ihre Töchter Kylie und Antonia sind inzwischen erwachsen und wissen nichts von den magischen Fähigkeiten ihrer Familie. Gespielt werden sie von Joey King und Maisie Williams, die beide nicht im Original von 1998 auftraten. Williams‘ Rolle übernahm damals Alexandra Artrip, die sich kurz darauf aus dem Schauspielgeschäft zurückzog, während King‘s Figur von einer jungen Evan Rachel Wood verkörpert wurde. Wood hatte angeboten, zurückzukehren, erhielt jedoch die Absage, dass ihre Rolle neu besetzt werde.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der Fluch der Familie: Jeder Mann, der sich in eine Owens-Frau verliebt, ist dem Untergang geweiht. Als Kylies Freund Gideon ins Koma fällt, muss Sally ihr Geheimnis offenbaren. Die Suche nach den Ursprüngen des Fluchs führt die Familie nach England, wo Kidman sich mit Slapstick-Einlagen in einer rustikalen Kneipe verausgabt. Für britische Ohren besonders amüsant: Sallys neuer Liebesinteresse, gespielt von Lee Pace, trägt den Namen des berühmten englischen Fußballers Ian Wright.

Die Kritiken fallen gemischt aus. Während IndieWire die Rückkehr der Owens-Frauen mit einem B+ bewertet und die berührenden Momente lobt, vergeben NME und The Guardian jeweils drei von fünf Sternen. Die Handlung verliere sich zunehmend und der Film überziehe seine Laufzeit um mindestens 20 Minuten. Auf Rotten Tomatoes steht die Fortsetzung bei 36 Prozent, Metacritic verzeichnet 46 von 100 Punkten.

Dennoch gelingt es dem Film, den nostalgischen Reiz des Originals zu beschwören. Stockard Channing und Dianne Wiest sind als schrullige Tanten zurück und sorgen mit ihrem Charme für Glanzlichter. Auch der Soundtrack bedient die Erwartungen der Fans: Wer auf Harry Nilssons Calypso-Hit «Coconut» wartet, wird am Ende belohnt. Die magischen Margarita-Momente der Schwestern fehlen ebenso wenig wie die stimmungsvolle Atmosphäre des Vorgängers.

Bullock und Kidman haben angekündigt, den Stab an King und Williams weiterreichen zu wollen, falls ein dritter Teil produziert wird. Angesichts der Tatsache, dass der Film stark von der Chemie der beiden Originalstars lebt und Williams als Ärztin die meiste Zeit in einem Krankenhaus verbringt, wirkt das jedoch wie Wunschdenken. «Practical Magic 2» ist eine unterhaltsame, aber fehlerbehaftete Fortsetzung, die den chaotischen Zauber des Originals einfängt – ohne jedoch die Leichtigkeit und den Kultstatus des ersten Teils zu erreichen. In den britischen Kinos startet der Film am 11. September, sechs Wochen vor Halloween.

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