Vor den US-Zwischenwahlen am 3. November deuten aktuelle Umfragen darauf hin, dass die Demokraten dem Präsidenten Donald Trump und seiner Republikanischen Partei die Mehrheit im Kongress streitig machen könnten. Bei den Midterms wird ein Großteil des Kongresses neu gewählt, und traditionell nutzen Wählerinnen und Wähler diese Abstimmung, um die Politik des amtierenden Präsidenten zu bewerten.
Gewählt werden alle 435 Sitze des Repräsentantenhauses sowie etwa ein Drittel der 100 Sitze im Senat. Aktuell verfügen die Republikaner in beiden Kammern über die Mehrheit. Im Repräsentantenhaus liegt sie bei 219 zu 214 Sitzen, zwei Plätze sind nach Rücktritten derzeit nicht besetzt.
Das Umfrageportal »RealClear Polling«, das verschiedene Erhebungen zusammenfasst, rechnet im Repräsentantenhaus mit 227 Sitzen für die Demokraten und 182 für die Republikaner. In 26 Wahlkreisen sei das Rennen noch offen. Andere Umfragen sprechen von 40 bis 50 umkämpften Sitzen. Für eine Mehrheit sind mindestens 218 Sitze nötig, die die Demokraten laut dem Portal erreichen dürften.
Im Senat werden 35 Sitze neu vergeben, 33 Wahlen finden regulär statt. In Florida und Ohio gibt es zusätzlich zwei Sonderwahlen, weil die Senatoren Marco Rubio und JD Vance in die Regierung gewechselt waren und ihre Nachfolger ernannt wurden. Die Republikaner führen dort derzeit mit 53 zu 47 Sitzen. Um die Mehrheit zu wechseln, müssten die Demokraten ihre bisherigen Sitze halten und mindestens vier weitere gewinnen. Bei Gleichstand könnte Vance als Vizepräsident mit seiner Stimme den Republikanern die Mehrheit sichern.
Laut »RealClear Polling« haben die Demokraten im künftigen Senat 47 Sitze sicher, die Republikaner 44. Bei neun Sitzen gibt es keine klare Tendenz. Als besonders aussichtsreich gilt für die Demokraten North Carolina, wo der Republikaner Thom Tillis nicht mehr antritt und der Demokrat Roy Cooper in Umfragen vorn liegt. Ein solcher Wechsel eines Senatspostens wäre dort möglich.
In zehn Bundesstaaten sieht das Portal keinen klaren Favoriten: Texas, Kansas, Iowa, Minnesota, Michigan, Ohio, Maine, South Carolina, Nebraska und Alaska. Minnesota und Michigan werden derzeit von Demokraten gehalten, die übrigen Sitze von Republikanern. Viele dieser Staaten gelten traditionell als republikanisch geprägt. In Texas gab es vor mehr als 30 Jahren zuletzt einen demokratischen Senator, in Kansas wurde 1930 zuletzt ein Demokrat in den Senat gewählt.
Entschieden ist die Wahl dennoch nicht, denn Umfragen sind mit Unsicherheiten behaftet. Vor der Präsidentschaftswahl 2016 galt ein Sieg Trumps als unwahrscheinlich, er setzte sich dann aber deutlich gegen Hillary Clinton durch. Auch bei den Zwischenwahlen 2022 lagen die Prognosen daneben: Damals sagten Umfragen einen klaren Sieg der Republikaner voraus. Die Demokraten konnten ihre Mehrheit im Senat jedoch leicht ausbauen und verloren im Repräsentantenhaus nur knapp die Mehrheit.