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Mouly Surya entwickelt Geisterdrama über Polygamie für Busan

Die indonesische Regisseurin Mouly Surya stellt beim Asian Project Market in Busan ihr neues Projekt «The Wife Who Can See Dead People (Or Jinn)» vor. Der Film verbindet Polygamie, Trauer und übernatürliche Elemente.

Die indonesische Regisseurin Mouly Surya, bekannt für «Marlina the Murderer in Four Acts», arbeitet an einem neuen Filmprojekt mit dem Titel «The Wife Who Can See Dead People (Or Jinn)». Das Drama wird im Rahmen des Asian Project Market beim Busan International Film Festival vorgestellt, wie das US-Fachblatt Variety berichtet. Im Mittelpunkt steht eine junge Braut, die Geister sehen kann und in einen polygamen muslimischen Haushalt einheiratet.

Dort entwickelt sie eine enge Bindung zu einer der anderen Ehefrauen ihres Mannes. Die Geschichte verbindet damit übernatürliche Elemente mit den komplexen familiären Strukturen einer polygamen Ehe. Surya hatte bereits mit «Marlina the Murderer in Four Acts» international Aufmerksamkeit erregt, einem Rachewestern, der in Indonesien spielt und auf zahlreichen Festivals gezeigt wurde. Ihr neues Projekt knüpft an ihre Auseinandersetzung mit weiblichen Perspektiven und gesellschaftlichen Tabus an.

Der Asian Project Market ist ein wichtiger Branchentreffpunkt für Filmprojekte aus Asien. Dort präsentieren Filmschaffende ihre noch nicht realisierten Stoffe potenziellen Geldgebern, Produzenten und Vertriebspartnern. Für Surya bietet sich damit die Gelegenheit, internationale Koproduktionspartner für ihr neues Drama zu finden. Der Markt findet im Rahmen des Busan International Film Festival statt, das zu den bedeutendsten Filmfestivals Asiens zählt.

Parallel zum Asian Project Market wurde in Busan eine neue Allianz asiatischer Produzentenverbände gegründet. Fünf unabhängige Organisationen aus Südkorea, Indonesien, den Philippinen, Hongkong und Taiwan schlossen sich zur Asian Producers Alliance zusammen. Zu den Gründungsmitgliedern zählen die Producers Guild of Korea, die Indonesian Film Producers Association, die Philippine Independent Producers Group und die Hong Kong Movie Production Executives Association. Die Allianz soll die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen den Filmschaffenden der Region stärken.

Für Surya, die aus Indonesien stammt, könnte diese Vernetzung zusätzliche Türen öffnen. Ihr Projekt behandelt Themen, die in der indonesischen Gesellschaft und darüber hinaus relevant sind: Polygamie ist in Indonesien unter bestimmten Voraussetzungen legal, wird aber öffentlich kontrovers diskutiert. Die Verbindung mit Geisterglauben und Jinn, wie sie im islamischen Volksglauben vorkommen, verleiht dem Stoff eine kulturelle Tiefe, die über ein reines Familiendrama hinausgeht.

Der Film befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Ein Produktionsstart oder ein Erscheinungsdatum wurden bislang nicht bekannt gegeben. Der Asian Project Market dient dazu, solche Projekte einem internationalen Publikum aus Branchenvertretern vorzustellen und die Finanzierung voranzutreiben. Surya zählt zu den bekanntesten zeitgenössischen Regisseurinnen Indonesiens und hat mit ihren Arbeiten mehrfach bewiesen, dass sie gesellschaftliche Themen mit genrehaften Elementen verbinden kann.

Ob «The Wife Who Can See Dead People (Or Jinn)» tatsächlich realisiert wird, hängt nicht zuletzt vom Interesse potenzieller Partner ab. Die Präsentation in Busan ist ein erster wichtiger Schritt. Sollte das Projekt grünes Licht erhalten, wäre es nach «Marlina» ein weiterer Film, der indonesische Geschichten für ein internationales Publikum erzählt und dabei Genregrenzen überschreitet.

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