Die Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben einen Vorstoß an der Meerenge Bab al-Mandab abgewehrt. Die Meerenge zwischen dem Jemen und dem Horn von Afrika gehört zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, weshalb die Lage dort international aufmerksam verfolgt wird. Die Angaben der Miliz lassen sich aus den vorliegenden Berichten nicht unabhängig überprüfen, daher werden sie hier als Darstellung der Huthi-Miliz wiedergegeben.
Die Eskalation im Jemen wird nach Einschätzung der Berichterstattung zunehmend zu einem Risikofaktor für den Ölmarkt. Die Huthi-Miliz meldete neben dem militärischen Erfolg an der Meerenge auch einen Raketenangriff auf die größte Raffinerie Saudi-Arabiens. Über den Angriff berichteten mehrere Medien unter dem Eindruck massiver Brände an der Anlage. Welche Schäden genau entstanden sind und wie lange die Anlage betroffen sein könnte, geht aus den vorliegenden Informationen nicht eindeutig hervor.
Der Konflikt im Jemen hat damit eine neue Dimension erreicht. Die Huthi-Miliz steht seit Jahren den Regierungstruppen und einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition gegenüber. Berichte über die Zerstörung von Raketenwerfern und Tunneln der Huthi-Rebellen durch die Militärkoalition zeigen, dass die Kämpfe auf beiden Seiten mit militärischen Mitteln weitergeführt werden. Die Angriffe auf Infrastruktur im Nachbarland Saudi-Arabien und die Auseinandersetzungen an der Küste verdeutlichen, dass sich die Kampfhandlungen über das unmittelbare Kampfgebiet hinaus ausweiten können.
Für den Energiesektor ist vor allem die Kombination aus Angriffen auf Infrastruktur und der Lage an einer zentralen Seeroute von Bedeutung. Jede Störung in der Region kann Auswirkungen auf Transportwege und Preise haben. Ob und in welchem Umfang es dazu kommt, ist nach den vorliegenden Informationen noch offen. Die Entwicklung wird deshalb in den kommenden Tagen aufmerksam zu beobachten sein, besonders hinsichtlich weiterer Angaben zu den Schäden an der Raffinerie und zur Sicherheitslage an der Meerenge.