Godzilla: Destroy All Monsters Melee Remastered ist ein 3D-Brawler, in dem man Godzilla 1990 spielt, Godzilla 2000 quer durch eine Stadt wirft und zusehen kann, wie Anguirus ihn mit einem Karateschlag durch ein Gebäude befördert. Die Szenen sind albern, und genau darin liegt ein großer Reiz für Fans der Reihe. Das Spiel hält, was der Ansatz verspricht, denn es übernimmt das Spielprinzip des Originals von 2002 praktisch eins zu eins.
Besonders viel Freude bereitet das Spiel im lokalen Mehrspielermodus mit bis zu vier Personen. Auf der Nintendo Switch 2 lässt sich ein Joy-Con abnehmen und an den Nachbarn weiterreichen, was das gemeinsame Spiel noch unterhaltsamer macht. Wer einen Gegner auf Monster Island in ein Lavabecken schleudert, dürfte dabei ausgiebig lachen. Allein gespielt wirkt das Spiel dagegen schnell dünn.
Das Kampfsystem ist bewusst zugänglich gehalten und nicht besonders tief. Dennoch gibt es genug Abwechslung, etwa durch das Werfen von Gebäuden oder das Einsammeln von Power-ups, mit denen Mothra einen Luftangriff ausführt. Zum Start stehen vier der insgesamt zwölf Monster zur Verfügung: Godzilla 1990, Gigan, Megalon und Anguirus. Die Bewegungsabläufe ähneln sich zwar, doch kleine Eigenheiten machen jedes Monster unverwechselbar. Anguirus etwa dreht sich bei seiner Abwehr um, präsentiert seinen stacheligen Rücken und betäubt den Gegner anschließend mit einer slapstickhaften Geste.
Die größte Schwäche liegt im Fortschrittssystem. Im Original genügte es, den Abenteuermodus abzuschließen, um neue Figuren freizuschalten. In der Neuauflage gibt es dafür drei Ebenen: Charakter-XP für jedes einzelne Monster, Forschungspunkte, mit denen Projekte abgeschlossen werden, sowie sogenannte Gerüchte, Aufgaben, die zum Freischalten der Projekte erfüllt werden müssen. Um etwa Mecha-King Ghidorah freizuschalten, sind mehrere Forschungsprojekte nötig, die sich wiederum nur über bestimmte Kämpfe und Abenteuermodi vorantreiben lassen. Der Rezensent investierte nach eigenen Angaben elf Stunden und hatte bis dahin noch nicht alle Figuren freigespielt; Destroyah, Mechagodzilla und Rodan fehlten noch.
Auch die beiden neuen Abenteuermodi, Gauntlet und Challenge, bringen Abwechslung. Gauntlet stellt den Spieler gegen zwei computergesteuerte Gegner, die mit jeder Runde stärker werden, während Challenge eine noch schwerere Variante ist, in der die Gegner mit Power-ups starten. Freigeschaltet werden auch sie nur über das mühsame Hochleveln einzelner Monster.
Ein Ausweg existiert: der Turniermodus. Er ist allerdings versteckt in den Einstellungen statt im Hauptmenü zu finden. Er deaktiviert alle Modi außer dem Custom-Kampf und stoppt Forschung und Leveln. Darin kann man jedes Monster in einem Eins-gegen-eins gegen den Computer oder mit drei Freunden lokal spielen. Online ist dieser Modus nicht verfügbar. Der Rezensent beschreibt ihn als rettenden Umweg, der ihm erst nach einer Nachfrage bei den Entwicklern klar wurde. Eine Cheat-Funktion, wie sie das Original hatte, gibt es in der Neuauflage nicht, die alten Codes funktionieren nicht mehr.
Insgesamt bleibt die Remaster-Fassung ihrem Vorbild treu und bietet kurzweilige, überdrehte Kaiju-Kämpfe, vor allem mit Freunden. Wer jedoch vor allem alle Monster ohne großen Aufwand spielen möchte, muss mit einem zähen Fortschrittssystem rechnen, das dem sonst unkomplizierten Spielgefühl deutlich entgegensteht.