Der Rollenspiel-Klassiker World of Warcraft bekommt mit Forever eine neue Variante, die auf der Grundlage von WoW Classic aufbaut und zugleich moderne Elemente einführt. Der Testbericht von IGN, verfasst vor dem Start, stützt sich auf rund 30 Stunden in der Beta. Der Rezensent kam dabei bis Stufe 13 in Westfall und zieht eine insgesamt positive, aber noch vorläufige Zwischenbilanz.
Im Mittelpunkt des Lobs stehen die wiederhergestellten Spielmechaniken. Parieren, Blocken, Trefferchance und Waffenfertigkeiten sind zurück und verleihen den Kämpfen laut Bericht mehr Gewicht. Auch das gemächlichere Leveln und der Verzicht auf einen frühen Geschwindigkeitsbonus für Bodenreittiere finden Anklang. Der Rezensent empfindet die neue Beleuchtung und Nachbearbeitung als besser gelungen als im Modern-Modus. Kritik gibt es an einem Punkt: In manchen Gebieten ist der Nebel übertrieben eingesetzt und beeinträchtigt die Sicht.
Forever bringt außerdem neue Zonen, Klassenveränderungen und grafische Verbesserungen mit. Der Kern des Konzepts ist jedoch die sogenannte realmlose Struktur. Dabei wählen Spielerinnen und Spieler kein Server mehr, sondern ein Regelwerk: PvE, Rollenspiel oder PvP. Diese Regelwerke greifen auf einen großen, miteinander verbundenen Serverpool zurück. Gerade Rollenspielerinnen und Rollenspieler äußern deshalb Bedenken, denn die bisher gewohnte Gemeinschaft eines festen Servers würde sich auflösen. Der Rezensent zeigt sich davon bislang nicht überzeugt und kündigte an, den Test zu aktualisieren, sobald er sich Stufe 60 nähert.
Auch der Start selbst wurde beobachtet. Laut Berichterstattung von GameSpot am Starttag lagen die Warteschlangen zum Einloggen zunächst bei rund 30 Minuten, danach stabilisierte sich der Zugang. Der Launch wurde als reibungslos mit geringer Verzögerung beschrieben, die Startzonen waren allerdings stark besucht. Vor dem Start hatte Blizzard alle Klassen mit einem Schadensbonus versehen, um den Einstieg in die Kämpfe anzupassen.
Vorgestellt wurden zudem Pläne für Klassen- und Volkskombinationen, die in einem Video angedeutet werden, darunter Tauren-Magier, Himmelsgeborene Paladine und Nachtelf-Schamanen. Aktuell sind in der Beta jedoch nur Zwerg-Schamanen für die Allianz und Untote Paladine für die Horde verfügbar. Die Himmelsgeborenen sollen laut Berichten hinter einer Bezahlschranke von 30 Dollar stehen, was in der Community bereits Gesprächsstoff ist. Blizzard erklärte außerdem, dass einige für den ersten Tag geplante Funktionen erst nach dem Start folgen. Eine legendäre Waffe, die zuvor angekündigt wurde, ist inzwischen als Taldramir, der Flüsternde Wald, bestätigt.
Forever erscheint zunächst für den PC. Hinweise auf Controller-Unterstützung deuten darauf hin, dass weitere Plattformen folgen könnten. Ob die realmlose Struktur das Spielgefühl dauerhaft verändert und ob die Bezahlschranke für die Himmelsgeborenen die Akzeptanz beeinflusst, bleibt nach den bisherigen Eindrücken offen.