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Münchner Startup Vaeridion erhält 94,5 Millionen Euro von der EU für elektrisches Regionalflugzeug

Das fünf Jahre alte Münchner Flugzeug-Startup Vaeridion entwickelt ein neunsitziges elektrisches Regionalflugzeug. Die EU-Kommission unterstützt das Projekt mit 94,5 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds, Investoren steuerten zuletzt 30 Millionen Euro Risikokapital bei.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Das Münchner Startup Vaeridion will mit einem elektrisch angetriebenen Regionalflugzeug alternde Turboprop-Flotten auf Kurzstrecken ersetzen. Für die Entwicklung stellt die EU-Kommission 94,5 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds bereit. Hinzu kommen 30 Millionen Euro Risikokapital aus der jüngsten Finanzierungsrunde. Insgesamt summiert sich die Unterstützung damit auf mehr als 120 Millionen Euro.

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der sogenannten Microliner, eines Passagierflugzeugs für neun Sitze. Die Maschine soll rein elektrisch rund 400 Kilometer weit fliegen können. Das Unternehmen verweist auf Kaufzusagen für 130 Flugzeuge. Diese Zusagen sind jedoch keine verbindlichen Bestellungen, sondern unverbindliche Absichtserklärungen von Kunden. Ob und in welchem Umfang daraus Verträge werden, ist daher offen.

Der Markt, den Vaeridion anvisiert, ist groß. Weltweit sind mehr als 21.000 kleine Turboprop-Flugzeuge im Einsatz, deren Durchschnittsalter bei 23 Jahren liegt. Viele dieser Maschinen bedienen Regionalstrecken, die wirtschaftlich schwer zu halten sind. Vaeridion will sie durch ein emissionsfreies Flugzeug ersetzen. Die Ticketpreise sollen sich nach den Plänen des Unternehmens etwa auf dem Niveau der ICE-First-Class bewegen. Damit richtet sich das Angebot erkennbar an Reisende, die für kurze Flüge bereit sind, einen Aufpreis zu zahlen.

Die Mittel verteilen sich auf unterschiedliche Entwicklungsschritte. Das Risikokapital der Investoren soll den Bau eines zertifizierbaren Prototyps finanzieren. Das Geld aus dem EU-Programm ist für die Endmontage und den Aufbau der Serienproduktion vorgesehen. Als Standort ist der Flughafen Oberpfaffenhofen bei München vorgesehen. In unmittelbarer Nähe liegen das Forschungszentrum DLR und mehrere Unternehmen der Luft- und Raumfahrtbranche, was die Ansiedlung für Zulieferer und Fachkräfte attraktiv macht.

Gründer und Geschäftsführer Ivor von Dartel war zuvor Manager beim Flugzeughersteller Airbus. Er führt das Unternehmen seit seiner Gründung vor etwa fünf Jahren. Als Launch-Kunde gilt die ASL Group, ein Betreiber von Geschäftsreiseflugzeugen mit Sitz in Belgien und den Niederlanden. Ein Launch-Kunde ist für junge Hersteller besonders wichtig, weil er den ersten Einsatz einer neuen Maschine im Alltag ermöglicht. Vor dem Einsatz im Liniendienst muss der Prototyp jedoch noch zertifiziert werden. Dieser Schritt steht noch aus und bestimmt, wann das Flugzeug tatsächlich fliegen darf.

Das Vorhaben fällt in eine Branche, die zuletzt schwierige Phasen erlebt hat. Das Münchner Elektroflugunternehmen Lilium musste zweimal Insolvenz anmelden und gab schließlich auf. Auch der baden-württembergische Hersteller Volocopter ging in die Insolvenz und wurde an chinesische Investoren verkauft. Ein weiteres bayerisches Startup, ERC System, entwickelt Flugzeuge mit Hybridantrieb für den medizinischen Transport. Vor diesem Hintergrund ist die staatliche Förderung für Vaeridion ein wichtiges Signal, dass die Politik elektrische Luftfahrt weiterhin unterstützt. Ob das Unternehmen den Weg bis zur Zulassung und zu festen Aufträgen schafft, bleibt offen.