Wireva

Ex-Wirecard-Chef Braun spricht erstmals aus der Haft über Jan Marsalek

Markus Braun, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Wirecard, hat sich in einem Interview erstmals seit seiner Inhaftierung vor sechs Jahren zu seinem früheren Stellvertreter Jan Marsalek geäußert. Marsalek hält sich in Russland auf und gilt als Schlüsselfigur im Wirecard-Skandal.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Der ehemalige Wirecard-Vorstandsvorsitzende Markus Braun hat in einem Interview erstmals seit seiner Inhaftierung vor sechs Jahren über seinen damaligen Stellvertreter Jan Marsalek gesprochen. Braun sitzt seit dem Zusammenbruch des Zahlungsdienstleisters in Untersuchungshaft. In dem Gespräch äußerte er sich mit den Worten «Warum?! Warum?!» zu den Vorgängen um Marsalek, der sich mittlerweile in Russland aufhält.

Der Wirecard-Skandal war einer der größten Bilanzfälschungsskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. Das im Dax notierte Unternehmen meldete im Juni 2020 Insolvenz an, nachdem fehlende Milliardenbeträge in der Bilanz bekannt geworden waren. Braun war zuvor jahrelang das Gesicht des Unternehmens und wurde nach dem Zusammenbruch festgenommen. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft.

Jan Marsalek, der als Vorstand für das operative Geschäft tätig war, tauchte nach dem Bekanntwerden der Unregelmäßigkeiten unter. Er soll sich über Umwege nach Russland abgesetzt haben. Dort wird er vermutet, eine Auslieferung an Deutschland fand bislang nicht statt. Marsalek gilt als zentrale Figur bei der Aufklärung der milliardenschweren Bilanzmanipulationen.

Brauns Aussagen in dem Interview sind insofern bemerkenswert, als er sich bislang nicht öffentlich zu den Hintergründen der Flucht seines Stellvertreters geäußert hatte. Die knappe Formulierung «Warum?! Warum?!» deutet auf eine Mischung aus Unverständnis und Ratlosigkeit gegenüber den Vorgängen hin. Konkrete Details zu den Umständen der Flucht Marsaleks nannte Braun in dem Gespräch offenbar nicht.

Der Wirecard-Prozess gegen Braun und weitere ehemalige Führungskräfte läuft seit geraumer Zeit. Die Staatsanwaltschaft wirft Braun unter anderem gewerbsmäßigen Bandenbetrug und Bilanzfälschung vor. Braun hat die Vorwürfe stets bestritten und sich als Opfer eines Betrugssystems dargestellt, das von anderen aufgezogen worden sei. Die Frage nach der Verantwortung für die fehlenden Milliarden ist bis heute nicht vollständig geklärt.

Die Aufarbeitung des Skandals beschäftigt auch den Bundestag. Ein Untersuchungsausschuss hatte die Rolle der Bundesregierung und der Finanzaufsicht Bafin bei der Überwachung von Wirecard untersucht. Dabei ging es unter anderem um die Frage, warum die Behörden die Unregelmäßigkeiten nicht früher erkannt hatten. Der Fall führte zu einer Reform der Finanzaufsicht in Deutschland.

Marsalek selbst ist weiterhin flüchtig. Berichte über seinen Aufenthaltsort in Russland wurden bislang nicht offiziell bestätigt. Die deutschen Behörden haben mehrfach betont, an einer Aufklärung interessiert zu sein und eine Auslieferung anzustreben. Ob es dazu kommt, ist ungewiss, da Russland keine Auslieferungen an Deutschland vornimmt.

Für Braun bedeutet das Interview eine seltene Gelegenheit, sich öffentlich zu äußern, nachdem er jahrelang nur über seine Anwälte kommuniziert hatte. Ob seine Aussagen Auswirkungen auf das laufende Verfahren haben, ist offen. Das Gericht wird die Aussagen im Kontext der übrigen Beweismittel bewerten müssen.

Same event, other desks

Story file →