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Alphaville-Sänger Marian Gold kritisiert deutsche „Schläfrigkeit“ und sagt Festivalauftritt ab

Nach der Kontroverse um das Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring spricht Alphaville-Sänger Marian Gold über die Absage des Auftritts, kritisiert die politische Stimmung in Deutschland und äußert sich zu Künstlern, rechten Festivalmachern und Donald Trump.

Alphaville-Sänger Marian Gold: »Die Schläfrigkeit in diesem Land geht mir total auf den Sack«
Alphaville-Sänger Marian Gold kritisiert deutsche „Schläfrigkeit“ und sagt Festivalauftritt ab
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Der Sänger der Band Alphaville, Marian Gold, hat sich erstmals ausführlich zum Eklat um das Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring geäußert. Die Veranstalter hatten die Band zunächst eingeladen, dann wieder ausgeladen und schließlich erneut eingeladen. Gold erklärte nun, dass Alphaville trotz der Wiedereinladung nicht auftreten werde. Zugleich kritisierte er die gesellschaftliche Stimmung in Deutschland scharf: „Die Schläfrigkeit in diesem Land geht mir total auf den Sack“, sagte der Musiker in einem Interview.

Hintergrund des Streits sind Berichte über Verbindungen der Festivalmacher ins rechte politische Spektrum. Gold warf den Organisatoren vor, sich nicht klar genug von rechtem Gedankengut zu distanzieren. Er sprach von „verantwortungslosen Künstlern“, die solche Veranstaltungen dennoch unterstützten. Die erneute Einladung an Alphaville bezeichnete er als Versuch, die Band öffentlich zu instrumentalisieren. Man habe sich deshalb entschieden, dem Festival fernzubleiben, um kein falsches Signal zu senden.

Der Streit um das Festival hatte in den vergangenen Tagen bundesweit für Aufsehen gesorgt. Mehrere Künstler hatten ihre Auftritte abgesagt, nachdem bekannt geworden war, dass das Umfeld der Veranstalter in der Kritik steht. Ein weiterer Musiker erklärte seinen Rückzug mit den Worten „Einsatz für unsere Demokratie“. Die Veranstalter wiesen die Vorwürfe zurück und betonten, man stehe für Offenheit und Toleranz. Die Absagen mehrerer prominenter Acts setzt das Festival jedoch unter erheblichen Druck.

In dem Gespräch äußerte sich Marian Gold auch zur politischen Lage in Deutschland. Er beklagte eine weit verbreitete Gleichgültigkeit und mangelnde Wachsamkeit gegenüber extremistischen Tendenzen. Diese Haltung nannte er gefährlich, da sie rechtspopulistischen Kräften Raum gebe. Zugleich fand der Sänger überraschende Worte für den früheren US-Präsidenten Donald Trump. Dessen Politik habe in der internationalen Wahrnehmung immerhin dazu beigetragen, dass die Gefahren von Polarisierung und Demokratieverachtung deutlicher erkannt würden.

Alphaville wurde in den 1980er Jahren mit Hits wie „Big in Japan“ und „Forever Young“ weltweit bekannt. Marian Gold ist bis heute das Gesicht der Band und äußert sich immer wieder zu gesellschaftlichen und politischen Themen. Sein jetziger Auftritt im Streit um das Glücksgefühle-Festival dürfte die Debatte über den Umgang von Kulturschaffenden mit politisch umstrittenen Veranstaltern weiter anheizen. Die Band selbst hat angekündigt, ihre geplanten Konzerte in diesem Jahr wie vorgesehen zu spielen – nur nicht am Hockenheimring.